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Paradoxie des Verbraucherschutzes

18.07.2016 – bafinNach dem ersten Solvency-II-Bericht liegen drei Lebensversicherer unter der geforderten Solvenzquote. Der VSAV verlangt jetzt von der Bafin die Namen dieser Unternehmen. “Vermittler, Makler und Berater müssen im Sinne des Verbraucherschutze und auch aus eigenem Haftungsinteresse wissen, um welche Gesellschaften es sich handelt”, argumentiert Ralf W. Barth. Sein Vorstoß zeigt, in welchem Zwiespalt der Verbraucherschutz steckt.

An allen Ecken und Ende stärken Staat und Behörden den Verbraucherschutz. Dafür nehmen sie nicht zuletzt auch die Vermittler in die Pflicht. Zu recht: Was ist ein Rat wert, der zu finanziellen Verlusten führt? Makler stehen dafür gerade, dass sie ihrem Kunden das beste Produkt heraussuchen.

Angesichts der schwierigen Lage der Lebensversicherer ist der Vorstoß von Barth (VERTRIEB) verständlich. Doch er wird so schnell damit nicht durchdringen. Macht die Bafin die Unterdeckung eines Lebensversicherers publik, wird dies den Niedergang des Unternehmens besiegeln. Versicherung ist ein Geschäft mit Kollektiven und entsprechend schützt die Bafin zuerst die Gruppe und dann erst das Individuum.

Andererseits ist es schwer nachvollziehbar, dass Vermittler ihren Kunden aus unverschuldeter Unwissenheit einen Versicherer empfehlen, der ihnen am Ende mehr Kummer als Freude machen wird. Ist es zu verantworten, dass ein Unternehmen langfristige Verträge abschließt, auch wenn es fraglich ist, dass es sie noch erfüllen kann? Und das noch mit behördlicher Genehmigung? Die Unsicherheit über die Wackelkandidaten schadet auch den vollkommen ungefährdeten Unternehmen. Ein Run auf Ratings wäre die logische Folge. Doch dass auch ein Double-A nicht vor dem Untergang schützt, hat man im Oktober 2008 gesehen, und das zuhauf. (ba)

Bild: Bafin

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