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Paradigmenwechsel in der Lebensversicherung

29.01.2016 – Zinsen_Andreas Hermsdorf_pixelioDie klassische Lebensversicherung ist ein Auslaufprodukt, auch wenn manch Versicherer an den Klassikern festhält: Hochkonjunktur haben mittlerweile neue Produkte, die gänzlich ohne Garantiezins auskommen sollen – nicht nur bei den Marktführern. Der Trend scheint klar: “Wir werden sicherlich keine Rückkehr zur Klassik erleben. Es findet ein Paradigmenwechsel statt”, glaubt Assekurata-Chef Reiner Will.

Bereits zum 14. Mal in Folge hat die Ratingagentur 62 deutsche Lebensversicherer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist erwartungsgemäß ernüchternd – zumindest für die Kunden: Denn die Rendite wird auch weiterhin sinken – Besserung ist nicht in Sicht. Laut aktuellem Assekurata-Rating liegt die Rendite einer Lebensversicherung in diesem Jahr bei durchschnittlich 3,11 Prozent (Vorjahr: 3,32 Prozent). (siehe MÄRKTE).

So bietet die Ideal Leben in diesem Jahr ihren Kunden mit 3,7 Prozent die höchste laufende Verzinsung, gefolgt von myLife mit 3,35 Prozent und der Neuen Bayerischen Beamtenversicherung mit 3,30 Prozent. Schlusslichter sind laut Assekurata die HDI Leben mit 2,20 Prozent, die Swiss Life mit 2,25 Prozent sowie die Öffentliche Leben Berlin-Brandenburg mit 2,40 Prozent.

Schwer wiegt zudem die Zinszusatzreserve. So musste die Branche seit ihrer Einführung im Jahr 2011 mehr als 30 Mrd. Euro zur Seite legen – davon allein etwa zehn Mrd. im vergangenen Jahr. Für dieses Jahr rechnen die Experten von Assekurata mit weiteren zwölf Mrd. Euro.

Dank dieser Anstrengungen scheinen die Versicherer ihre bestehenden Garantien noch einige Jahre bedienen zu können. Die Anlageerträge reichen noch bis 2026 aus, glauben Experten von Fitch. Die Voraussetzung: kein Neugeschäft mehr, ein Portfolio mit ausschließlich festverzinslichen Anlagen und ein Wiederanlagezins von 1,5 Prozent (siehe UNTERNEHMEN).

Fazit: Die klassische Leben wird allmählich zu einem Dinosaurier, die besten Zeiten hat sie hinter sich. Mit den neuen Produkten scheinen sie nur eines gemein zu haben: Sie sind nicht vergleichbar und nur schwer zu durchschauen. (td)

Bildquelle: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

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