Versicherungswirtschaft-heute

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Nur Mut, im Kern bleibt auch vieles gleich!

15.08.2014 – mertes_brille_08_2014_150Von Heinz Klaus Mertes.

Zwei  Medienmeldungen der vergangenen Tage dürften die ansonsten dieser vierten Gewalt nicht so besonders zugewandten Versicherungsmanager interessiert haben. Die eine, weil sie immer gut ankommende Untergangsstimmung verbreitete; die andere, weil sie puren Bonus-Neid auf die Managerkollegen im Medienzirkus wecken musste.

Einmal  war es der aufsehenerregende  der FAZ- Rundumschlag  „In Eigener Sache“, bei dem die Zeitung für Deutschland über neun Seiten das Totenglöcklein über die ganze Print-Branche – also auch über sich selber – bimmeln ließ (Tagesreport, 14.08.2014).  Die andere  war die „Einmal-reich-sein“- Schlagzeile, dass der Pro-Sieben-Sat-1-Chef in diesem Jahr einen 23,4 Millionen Euro Bonus kassiert – wenn es dabei bleibt (siehe KÖPFE).

In der Tat – die Medienwelt ändert sich. Und viele Kommentare gemahnen an die „Fin-de siècle“- Stimmung, der sich seit einiger Zeit auch die deutschen Lebensversicherer nicht selten hingeben. Alles scheint zu verrutschen. In der Tat,  Verschiebungen gibt es – von Papiervertriebswegen, die in Hausbriefkästen enden, hin zur Online-Abrufbarkeit, die den Zwang von Ort und Zeit aufhebt. Die andere Seite: Je mehr z.B. ein Super-Fußballmatch in allen stundenlang filetierten Einzelteilen über die Bildschirme geht, desto schneller werden am nächsten Morgen die Zeitungsständer geräumt. Bitte nachdenken, an welcher Art von Informationsbedarf das wohl liegen mag. Bemerkenswert  die Leserkommentare, die bei der FAZ hineinregnen – vorwiegend online natürlich. Ob das womöglich an einem nicht veränderbaren Wahrnehmungsbedarf der Menschen liegt, der über das Virtuelle hinausgeht? Man schafft ja auch nicht zwingend den personalen Vertrieb ab, wenn man eine Online-Plattform aufmacht.

Und wer sich darüber mokiert, dass ein Medien-Head höher entlohnt wird als der  Chef eines großen  Versicherungsmultis in Deutschland, muss berücksichtigen, dass die Kommunikationsbranche weltweit mehr Beschäftigte hat als die Automobilindustrie und mehr Kapital bewegt. Hier fremdelt die Unternehmerwelt der Versicherer noch, weil sie weithin überkommenen Stereos anhängt und gerne auch etwas auf diese noch fremdartigen Manager-”Kollegen” herabschaut.

Schier zahllos die Veranstaltungen und Foren, auf denen das Verhältnis von Versicherungen und Medien thematisiert wird. Demnächst wieder in München. Über die Binnensicht kommt man zu selten hinaus. Nämlich, dass Medien heute mehr eine Unternehmer- und Geschäftswelt bilden wie die Finanz- und Versicherungsindustrie auch. Das verändert die mediale Zivilisation, die Wertschöpfungsketten, verlängert sie, bereichert sie – macht indes neue Formate notwendig. Um Nutzer in diese Prozesse einzubinden, führt der Verlag bald eine Umfrage durch.

Aber es bleibt, was publizistisches Prinzip ist: Themen- und Informationstransport – auf allen Wegen. Dialektisch zugespitzt: Es verändert sich alles, aber Wesentliches bleibt gleich – wenn man auf die Lebensbedürfnisse der Kunden schaut. So auch in der Lebensversicherung. Allmählich dämmert die Einsicht: Als prinzipielles Geschäftsmodell ist sie dann doch unabkömmlich. Wenn man nicht vor lauter unbewältigter Neulanddenke das Heil im Run-off sucht.

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