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Nicht überall, wo digital draufsteht, ist digital drin

22.07.2016 – otte_wolfgangVon VW-Korrespondent Wolfgang Otte. Seien Sie in diesen Tagen besonders aufmerksam, wenn Ihnen auf der Straße Menschen mit gesenktem Haupt und einem konzentrierten Blick auf ihr Smart- oder I-Phone begegnen. Es könnte sein, dass diese gerade dabei sind, über die Pokemon-App Monster zu  fangen. Die ersten Unfälle sind auch schon passiert. Die Auswirkungen ungebremsten Digitalisierungs-Wahns haben den normalen Bürger erreicht.

Die deutsche Versicherungswirtschaft ist vielleicht noch nicht ganz so stark  im Digitalisierungsfieber, aber landauf, landab redet jeder Manager von den Vorzügen der neuen, digitalen Welt (DOSSIER). Alles natürlich ausschließlich zum Wohle der Kunden. Eine Branche befindet sich offensichtlich in einem industriellen Wandel von ungeahntem Ausmaß. Kein Stein soll auf dem anderen bleiben. Schaut man aber hinter die Kulissen, zeigt sich sehr schnell ein differenzierteres Bild. Nicht überall, wo digital drauf steht, ist auch digital drin. Der eine Vorstand meint die perfekte Dunkelverarbeitung, der andere die elektronische Verknüpfung verschiedenster Prozesse. Neulich brachte es ein Vorstandsmanager auf den Punkt, als er feststellte, dass nicht jede Elektrifizierung mit Digitalisierung gleichzusetzen sei.

Auch fehlt  in vielen Unternehmen ein Zielbild auf dem digitalen Weg, das die deutlichen Vorteile für das Unternehmen und seine Beschäftigten selbst, die Vertriebe und letztendlich schwerpunktmäßig die Kunden beschreibt. Hinzu kommt, dass unter dem Druck sich schnell verändernder Märkte oftmals vergessen werden könnte, die Mitarbeiter mit auf die Reise zu nehmen. Alles was neu ist, Veränderung bedeutet, schürt zunächst einmal Ängste. Nur die Unternehmen, die diese ernst nehmen und den kulturellen Wandel neudeutsch als Change Management bezeichnet, vermitteln können, werden zu den Gewinnern einer sich völlig neu entwickenden Arbeitswelt zählen. Denn aufzuhalten ist nichts mehr. Wie heißt es so schön: „Wer zu spät kommt….“

Bild: mst

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