Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Neue Rückversicherer-Subspezies oder – Chimäre?

03.09.2014 – philipp-thomas-150Ein Standpunkt von VWheute-London-Korrespondent Philipp Thomas.

Ein Paper der Ratingagentur AM Best setzt sich mit einer mittlerweile bereits fünfmal gegründeten Kreuzung zwischen Hedgefonds und Rückversicherer auseinander. Bei einem Hedgefonds-Reinsurer handelt es sich um einen Rückversicherer, der komplett von einem Hedgefonds beherrscht wird. Dessen Rolle beschränkt sich nicht darauf, dem Rückversicherer Risikokapital zur Verfügung zu stellen. Er betreibt für seinen Rückversicherer auch eine eher unkonventionelle Investmentpolitik.

Während ein traditioneller Rückversicherer seine Investments möglichst konservativ tätigt, also versucht, Währungen sowie Zahlungsströme entlang der Zeitachse kongruent zu halten, suchen Hedgefonds als Verwalter des Eigenkapitals und der technischen Rückstellungen der von ihnen beherrschten Rückversicherer das Abenteuer. Unter Inkaufnahme von möglichen Anlageverlusten versuchen sie, eine möglichst hohe Anlagerendite herauszukitzeln.

Die von AM Best beschriebene Kreuzung erinnert an das Maultier, das Ergebnis einer speziesübergreifenden Begegnung von Pferd und Esel. Während das resultierende Maultier unfruchtbar ist, kann man sich jetzt bereits fragen, mit welcher anderen Spezies von Finanzmarktteilnehmer die HFRs in einigen Jahren gekreuzt werden mögen: Vielleicht mit einem professionellen Hypothekengewährer oder einem Betreiber von Offshore-Windkraftanlagen, das wäre doch der perfekte Hedge für Long-Tail- Geschäfte. Die griechische Antike kannte noch irrealere Geschöpfe, die Chimären. Dabei handelte es sich um monsterartige Kreuzungen verschiedener Spezies. Solche Fabelwesen hat der Früh-Surrealist Hieronymus Bosch (1450-1516) gemalt.

Bild: VWheute-London-Korrespondent Philipp Thomas. (Quelle: VVW)

Link: DOSSIER

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten