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Neue Besen kehren gut

30.07.2015 – BaltzerVon VWheute-Redakteur Christoph Baltzer. Talanx schreibt auf sein Lebensversicherungsgeschäft den Goodwill komplett ab. Dadurch wird der Gewinn in diesem Jahr auf 600 bis 650 Mio. Euro sinken. Noch im Mai waren die Hannoveraner zuversichtlich gewesen, den Gewinn bei 700 Mio. Euro halten zu können.

Hintergrund der Abschreibung sind die Belastungen durch die niedrigen Zinsen. Sie lasten vor allem auf der Lebensversicherung. Im zweiten Quartal hat Talanx den auf das deutsche Lebensversicherungsgeschäft entfallenden Goodwill von 155 Mio. EUR vollumfänglich abgeschrieben. “Dieser Schritt resultiert aus der Aufteilung der Vorstandsverantwortlichkeiten für die Sparten Leben- und Schaden-Unfallversicherung im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland, in deren Folge auch der Goodwill anders als bislang spartenspezifisch zu überwachen ist”, teilt Talanx mit.

Seit Mai letzten Jahres ist der frühere Finanzvorstand der W&W, Jan Wicke, für die Deutschland-Aktivitäten verantwortlich, die 37 Prozent des Geschäfts ausmachen. Ulrich Rosenbaum leitet das Lebensversicherungsgeschäft, Christoph Wetzel das Schadenversicherungsgeschäft. Spätestens 2016 werde man keine klassischen Lebensversicherungen mehr anbieten, kündigte Talanx an. Neue Produkte mit endfälligen Garantien sollen die alten Policen ersetzen, in der bAV sucht man noch nach kapitaleffizienten Lösungen.

Wickes Schritt ist konsequent und nachvollziehbar. Zurich-Deutschland-Chef Ralph Brand hatte vor seinem Antritt mit eisernem Besen in den Reserven gekehrt. Die neuen Manager möchten dadurch verhindern, dass sie für finanzielle Löcher aus der Vergangenheit gerade stehen müssen. Nicht minder konsequent fegt man derzeit das Haus bei Ergo. Am 16. September tritt Markus Rieß in Düsseldorf den Chefposten an. Analysten rechnen mit Abschreibungen auf Ergo, die sich auf bis zu knapp eine halbe Mrd. Euro belaufen könnten.

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