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Monte Carlo: Go away before it’s too late

13.09.2016 – BaltzerVon Christoph Baltzer. Eine Katastrophe, die so groß ist, dass sie diesen Markt drehen könnte, haben die Rückversicherer noch nicht erlebt. Können Rückversicherer in diesem Umfeld wachsen, ohne bei der Profitabilität unhaltbare Zugeständnisse zu machen? Die größten Rückversicherer stellen in Monte Carlo unterschiedliche Strategien vor.

Es wird viel über Klimawandel und die damit verbundenen Gefahren gesprochen. Doch in der Realität sind seit dem Horrorjahr 2011 die Katastrophen-Schäden äußerst gering. Warum das so ist, das weiß keiner und hat sich auch noch keiner so richtig gefragt. Die meisten halten es für ein vorübergehendes Phänomen, eine Phase. Doch inzwischen dauert die Gutwetterphase schon so lange an, dass es “bald nicht mehr wahr ist” (Friedrich Hegel). Mit dem Klima verhält es sich in dieser Hinsicht nicht viel anders als mit der “Niedrigzinsphase”, die schon sieben turbulente Jahre andauert und den Rückversicherern wohl mindestens genauso lange noch das Leben schwer machen wird (siehe MÄRKTE).

Die Rückversicherer befinden sich in einer fundamentalen Sinnkrise. Wo keine Schäden sind, macht Versicherung keinen Sinn. Das gilt vor allem in der Rückversicherung, wo in der Regel Profis mit Profis reden und psychologische Faktoren so gut wie keine Rolle spielen. Munich Re und Swiss Re wollen ihre Kundschaft mit maßgeschneiderten Lösungen bei der Stange halten. Munich Re hofft auf Impulse aus dem Cyber-Geschäft und der Versicherung von Epidemierisiken, Swiss Re sieht bei der Digitalisierungs-Beratung Geschäftschancen. Die Hannover Rück will Preiserhöhungen in Deutschland und Kanada durchsetzen, wo es zu Schadenereignissen gekommen ist. Zudem setzt die Nummer drei der Rückversicherer auf das US-Geschäft und die Kreditversicherung (siehe DOSSIER).

Ein Versicherer muss all seine Risiken verstehen, die Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenhöhe konservativ abschätzen und daraus die richtige Prämie ableiten und – last but not least – bereit sein zu gehen, wenn die Prämie am Markt nicht zu haben ist, schreibt Warren Buffett in seinem aktuellen Brief an die Aktionäre. Das meint er durchaus ernst. Berkshire Hathaway zeichnete sich im vergangenen Jahr von 16,6 auf 13,4 Mrd. US-Dollar Prämie zurück und Buffett ist nicht unglücklich darüber. Tad Montross habe aus der einst so problembeladenen Gen Re einen Diamanten geschliffen, schreibt Buffett. Die ersten drei Regeln des Versicherungsgeschäfts befolgen alle, bei der letzten tun sich die meisten schwer. (ba)

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Generali: Team-Agenturmodell gehört die Zukunft
Die Generali Versicherungen in Deutschland machen Ernst mit der Vereinheitlichung der bisher noch unterschiedlichen Vergütungsstrukturen in ihren Vertrieben. Nachdem bereits die Stammvertriebe der Generali und der ehemaligen Volksfürsorge zum neuen “Exklusiv-Vertrieb” zusammengeführt wurden, folgt jetzt mit der Anpassung der Verdienstmöglichkeiten der nächste einschneidende Schritt. VWheute sprach darüber mit Vertriebsvorstand Bernd Felske.

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Hohe Fehlzeiten durch schlechte Unternehmenskultur
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