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Mit dem Pensionsschock muss man jetzt rechnen

19.11.2014 – draghi_World_Economic_ForumDie Pensionsverpflichtungen der DAX-30-Unternehmen werden im Jahr 2014 vermutlich um 52 Mrd. Euro auf 353 Mrd. Euro ansteigen. Mit diesem Schock muss man nun rechnen. Mario Draghis Niedrigzinspolitik zieht weitere Kreise. Experten suchen Antworten für Lebensversicherung, Assets und Co.

Grund für die Explosion der Pensionsverpflichtungen ist die Entwicklung des Rechnungszinses, der in Deutschland seit Jahresanfang von 3,7 bis Ende Oktober auf 2,3 Prozent zurückgegangen ist und sich bis Jahresende wohl bei diesem Wert einpendeln wird.

Mit dieser Berechnung als Konsequenz und Preis der Niedrigzinspolitik der EZB schockt gerade das Beratungsunternehmen Mercer Aktionäre und Anleger. Auf der anderen Seite hat sich das Planvermögen seit Jahresanfang positiv entwickelt. Es wird bis Jahresende vermutlich von 198 Mrd. Euro auf über 213 Mrd. Euro steigen und erreicht damit einen neuen Höchststand. Trotz der positiven Entwicklung des Planvermögens reagieren Unternehmen Land auf Land ab auf die Risiken, die sich langfristig aus dem Niedrigzinsumfeld und zudem aus der steigenden Lebenserwartung ihrer Mitarbeiter ergeben (siehe POLITICS).

Der wachsenden Präsenz des Themas Niedrigzinsen tragen weiter zahlreiche Vorträge, Veranstaltungen und wissenschaftliche Betrachtungen Rechnung: So das Institut für Versicherungswissenschaften e.V. an der Universität Leipzig bei einer Veranstaltung in Köln unter dem Titel: “Aktuelle Entwicklungen in der Lebensversicherung” (siehe MÄRKTE). VWheute-Korrespondent Uwe Schmidt-Kasparek berichtet.

Im Interview erklärt Michael Kurtenbach, Chef der Gothaer Lebensversicherung, dass die Zinsusatzreserven aktuell ein zu hartes Verfahren darstellen (siehe DOSSIER). Er fordert Nachbesserung, denn mitunter gehe es im aktuelllen Umfeld Versicherern ans Tafelsilber.

Heute wird das Thema Niedrigzinsen auch in Hannover weiter gedreht: Beim Fachkreis Versicherungsmathematik steht allerdings die wissenschaftliche Betrachtung im Vordergrund: Peter Hieber, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Versicherungswissenschaften der Universität Ulm, beleuchtet exklusiv für VWheute die “Mindestgarantien im Niedrigzinsumfeld”.

Bis 2003 konnten Altersvorsorgeverträge mit Garantiezinsen von 3,25 Prozent und mehr abgeschlossen werden. In der aktuellen Niedrigzinsphase stellt sich heraus, dass der Wert dieser Garantien unterschätzt wurde und Versicherer nun vor der Herausforderung stehen, Überschüsse fair zwischen Altverträgen und Neugeschäft zu verteilen. Wie das genau funktioniert erläutert Hieber vorab in der Rubrik (MÄRKTE). (vwh)

Bild: Mario Draghi, Präsident der EZB, verantwortlich für den Niedrigzins. (Quelle: EZB)

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