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Mehr Handel, mehr Fracht, mehr Risiko

18.05.2016 – LKW_Uwe Steinbrich_pixelio“Höher, schneller, weiter” lautet ein allgemein bekanntes olympisches Sprichwort. Dies gilt allerdings nicht nur für die sportlichen Höchstleistungen der internationalen Spitzensportler aller Disziplinen. Auch die Warenströme werden in den kommenden Jahrzehnten deutlich zunehmen – mit entsprechenden Konsequenzen für das Klima und die Transportversicherer. Über die Folgen diskutiert ab heute die Internationale Verkehrsministerkonferenz des ITF.

So rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Rahmen des “ITF Transport Outlook 2015″ damit, dass sich der internationale Frachtverkehr bis 2050 vervierfachen wird. Mit entsprechenden Folgen für das Klima, denn durch die starke Zunahme der Warenströme rund um den Erdball rechnen die Experten auch mit einer Steigerung der CO2-Emissionen um bis zu 290 Prozent. Damit werde die Fracht den Passagierverkehr als Hauptursache für den Kohlendioxidausstoß aus landbasiertem Verkehr ablösen, so die OECD weiter.

Eine weitere Konsequenz: “Die Entfernung, die internationale Güterfracht durchschnittlich zurücklegt, wird um zwölf Prozent zulegen”, heißt es in dem OECD-Report. So gehen die OECD-Experten ebenfalls davon aus, dass die Nordpazifikroute – gemessen am Frachtvolumen – künftig wichtiger sein werde als der Handelskorridor im Nordatlantik. Auch die Handelsrouten im Indischen Ozean werden in den kommenden Jahren nach Expertenansicht einen Anstieg verzeichnen.

Gleichzeitig wird der Binnenverkehr in den kommenden Jahren vor allem in Afrika und Asien besonders stark zunehmen, so die Prognose. Dabei wird allein der Frachtverkehr auf der Straße und der Schiene weltweit bis 2050 zwischen 230 und 420 Prozent zunehmen, so die OECD.

Profitieren könnten davon allerdings vor allem die Transportversicherer. Denn laut Iumi belief sich das weltweite Prämieneinkommen allein im Jahr 2014 auf etwa 32,6 Mrd. US-Dollar. Davon entfielen allein 17 Mrd. Euro auf die Warentransportversicherung. Einhergehend mit dem technischen Fortschritt und dem Bau immer größerer Schiffe steigen gleichzeitig aber auch die Risiken. Denn: je größer die Schiffe desto größer sind auch die Leistungen im Schadenfall (siehe DOSSIER).

Ganz zu schweigen von den zusätzlichen Risiken wie Klimawandel, Terror oder die aktuellen Krisenherde rund um den Globus. Eine bislang unterschätzte Gefahr sind nach Ansicht von Kravag-Vorstand Michael Busch allerdings “die Gefahren der Cyber-Kriminalität”. Denn schon heute stehen die Reedereien und Logistik-Unternehmen nach Ansicht des Experten “im Visier von Hackern” (siehe KÖPFE).

Fazit: Die Welt wird nicht nur schneller, sie wird auch zunehmend komplexer und verzahnter. Die Versicherer benötigen also eine Menge Phantasie, um den Herausforderungen und Risiken der Zukunft begegnen zu können. (td)

Bildquelle: Uwe Steinbrich / pixelio.de

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