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Lebensversicherer unterm Radar

24.03.2016 – Rafael_Kurz_NeuVon VWheute-Redakteur Rafael Kurz.

Auch wenn die Bafin mahnend den Zeigefinger hebt und Manndeckung ankündigt: Auf einen Blick lässt sich künftig wohl nicht feststellen, in welcher Verfassung sich ein Lebensversicherer befindet. Die entscheidende Kennzahl nach Solvency II hilft dabei eher nicht.

“Der Öffentlichkeit soll die Solvenzquote einfach signalisieren, ob ein Unternehmen auch in Extremszenarien genügend Eigenmittel zur Bedeckung seiner Risiken hat”, lautet die Ansage der Deutschen Aktuare um Wilhelm Schneemeier, Vorstandsvorsitzender der DAV. Die Kritik: die Solvenzquote reicht nicht zur Beurteilung der Finanzstärke eines Versicherers (siehe DOSSIER).

Indes ergreift die Bafin ernste Maßnahmen, vor allem wenn die Kennzahl in den kritischen Bereich rutscht (siehe POLITICS). Dabei können kreative Versicherer hier mit Übergangsregelungen, internen Modellen, Äquivalenzbetrachtungen und anderen Maßnahmen deutlichen Einfluss auf die Solvenzquote nehmen.

Solvency II soll die ökonomische Realität besser widerspiegeln. Solvenzzahlen werden stark schwanken, mitunter fahren sie Achterbahn – nicht zuletzt durch die quartalsweise Erhebung.

Dass Lebensversicherer mitunter unterm Radar fliegen, was die Bewertung der langfristigen Geschäftsfähigkeit angeht, ist das eine. Ein Blindflug indes scheint nicht wahrscheinlich. Denn die hochkomplexen Simulationen zur Erstellung der “einfachen” Kennzahl erfordern ausgiebige Beschäftigung mit den Zahlenwerken. Die DAV ist sich daher sicher: “Für die Unternehmenssteuerung überwiegen langfristig die Chancen.”

Eine aktuelle Betrachtung des Euro-Magazins gibt nicht wirklich Entwarnung: Zwar haben sich die Lebensversicherer durch das LVRG stabilisiert, könnten sich aber finanziell kaum noch bewegen (siehe SCHLAGZEILEN) – eine zentrale Anforderung aber an zukunftsfähige Unternehmen. Moody’s sieht die Lebensversicherer unter erheblichem Druck und mahnt Vertriebskonzepte jenseits der Klassik an (siehe MÄRKTE).

Die Redaktion von VWheute wünscht allen Lesern friedliche Ostertage. Den nächsten Tagesreport erhalten Sie wieder am kommenden Dienstag, den 29. März 2016 – wie gewohnt um 00:04 Uhr.

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Generali bringt neue Strategie auf den Weg
Die Generali Deutschland hat im Geschäftsjahr 2015 einen Gewinnzuwachs von fünf Prozent auf 792 Mio. Euro erzielt. Die Prämieneinnahmen stiegen um rund drei Prozent auf 17,76 Mrd. Euro. Für das laufende Geschäftsjahr ist der Kurs aus Sicht von Deutschlandchef Giovanni Liverani klar: Bis Ende 2018 sollen rund 1.000 der rund 13.500 Mitarbeiter gehen. Zudem bringt die Generali zum 1. Juli 2016 ihr Vitality-Programm auf den deutschen Markt.

DVAG hangelt sich von Rekord zu Rekord
Im ersten vollen Geschäftsjahr unter der Leitung von Andreas Pohl setzt die DVAG ein dickes Ausrufezeichen. 1,26 Mrd. Euro Umsatz erlösten die Vermögensberater des familiengeführten Unternehmens, das war eine Steigerung von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Lloyd’s: Ergebnisse von Ratenerosion gezeichnet
Im Bericht zum Geschäftsjahr 2015 beklagt Lloyd’s den allzu starken Wettbewerb und die daraus folgende Ratenerosion, insbesondere im Bereich der Rückversicherung, wo Substitution durch alternativen Risikotransfer droht, aber auch was Luftfahrt, Energy und Property betrifft. Das gemessene Schein-Wachstum in Pfund bei der gezeichneten Bruttoprämie von sechs Prozent war in erheblichem Maß durch die Abschwächung des Pfund-Dollar-Wechselkurses beeinflusst.

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