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Kunstversicherung und der letzte Schrei

22.08.2014 – cptVon unserem London-Korrespondenten Philipp Thomas.

Heute vor zehn Jahren stürmten bewaffnete Täter das Munch Museum in Oslo und entwendeten den weltberühmten Schrei in der Version von 1910. Zwei Jahre später konnte die Polizei das Bild bei einer Razzia beschädigt sicherstellen. Welche Lehren lassen sich daraus ziehen? Sicher die, dass die öffentliche Hand sträflich handelt, wenn sie es unterlässt, einen Gegenstand im Wert von 100 Mio. US-Dollar zu versichern.

Künstler verdienen periodisch ihre Retrospektive, warum dann nicht auch ein zehnjähriges Gedenken des Osloer Kunstraubs von 2004? “Der Schrei”, ein 1910 entstandenes Tempera auf Pappe-Gemälde des zur Depression neigenden norwegischen Expressionisten Edvard Munch (1863-1944) war am 22.8.2004 im Munch Museum in Oslo durch eine bewaffnete lokale Bande geraubt worden. Am 31.8.2006 hatte die norwegische Polizei das Bild – sowie auch noch einen weiteren Munch, „Madonna“ – sicherstellen können. Der „Schrei“ hatte jedoch durch unsachgemäße Lagerung durch die Diebe Feuchtigkeitsschäden davongetragen, Farbabsplitterungen waren die Folge. Anscheinend war eine Wiederherstellung des Werks nicht möglich, es wird offensichtlich beschädigt bleiben.

Weniger zentrale Munch-Bilder kommen etwa bei Christie’s für um die zwei Mio. Dollar unter den Hammer, doch hatte Ende 2012 bei Sotheby’s in New York eine 1895er-Version des Schreis einschließlich der Prämie des Auktionshauses fast 120 Mio. Dollar gebracht. Unterstellt man eine nachhaltige Wertreduzierung des Osloer Munch um sicher ein Drittel, so betrüge der unversicherte Schaden der Stadt Oslo zu 2012er Marktpreisen gerechnet um die 40 Mio. Dollar. Vom „Schrei“ gibt es vier sich stark ähnelnde Versionen, entstanden in der Periode 1893 bis 1910. Sieben Lehren lassen sich aus dem nicht gedeckten Kunstraub in der Retrospektive ziehen (siehe DOSSIER).

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