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Krankende Gesundheit

22.09.2016 – EKG - Herzfrequenz Gesundheit - Quelle Allianz DeutschlandBis zu den nächsten Bundestagswahlen ist es bekanntlich noch ein Jahr hin. Doch der Wahlkampf selbst wirft bereits jetzt seine ersten Schatten voraus. Neben dem Dauerbrenner Rente wird wohl auch das Thema Gesundheit eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Auch wenn das deutsche Gesundheitssystem zu den besten der Welt gehört, krankt es doch an manchen Ecken und Enden.

Lange Wartezeiten, immer weniger Leistungen und zunehmender Kostendruck, lautet eine durchaus kritische Ansicht vieler Bundesbürger über das eigene Gesundheitssystem. Geht man nach dem aktuellen Gesundheitsreport des Finanzdienstleisters MLP, scheinen sich manche Bedenken durchaus berechtigt. Ein Beispiel: der zunehmende Kostendruck. Knapp jeder zweite Arzt (44 Prozent) gab bereits an, zumindest in Einzelfällen aus Kostengründen auf therapeutische Maßnahmen verzichtet zu haben. Zum Vergleich: 2014 waren es noch 37 Prozent. Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei den Patienten. Rund 40 Prozent hatten das Gefühl, dass ihnen aus Kostengründen eine Behandlung oder ein Medikament vorenthalten wurde (2012: 31 Prozent).

Ein weiteres Problem scheint laut MLP auch der Personalmangel zu sein. Während 68 Prozent der Krankenhausärzte (2014: 63 Prozent) über Personalmangel klagen, scheint vor allem die Krankenpflege große Schwierigkeiten zu haben, geeignetes Personal zu finden. Personalmangel droht bekanntlich auch bei der ländlichen Versorgung: 91 Prozent der Ärzte rechnen laut Umfrage mit zunehmenden Schwierigkeiten der ärztlichen Versorgung (siehe DOSSIER).

“Die größten Zukunftssorgen der Bevölkerung betreffen steigende Kosten bei gleichzeitig eingeschränkter Gesundheitsversorgung”, erklärte IfD-Geschäftsführerin Renate Köcher bei der Vorstellung des neuen Reports. Ob telemedizinische Angebote eine Lösung angesichts des drohenden Personalmangels sein können, ist fraglich. Während die Ärzte dieser Entwicklung im Prinzip positiv gegenüber stehen, urteilt die Bevölkerung zurückhaltend, betonte MLP-Vorstandsvorsitzender Uwe Schroeder-Wildberg (siehe POLITICS).

Ein Problem scheint jedenfalls noch nicht so ganz ins Blickfeld der Politik gelangt zu sein: Demnach verzeichnete das Bundeskriminalamt jüngst einen deutlichen Anstieg der Wirtschaftskriminalität im Gesundheitswesen. So verzeichnete das BKA 2015 einen deutlichen Anstieg der registrierten Schäden um 70,7 Prozent (+ 41 Mio. Euro) auf 70 Mio. Euro. Gleichzeitig verzeichneten die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS) insgesamt 4.457 Fälle von Abrechnungsbetrug – ein Plus von 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (td)

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Die Bausparkassen haben ein Rechtsproblem
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