Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Konjunkturboom mit Schattenseiten

22.03.2016 – Konjunktur_fotolia_Michael_SchuetzeDie Konjunktur boomt – doch die Stimmung ist gedrückt. “Die Sorgen der deutschen Wirtschaft werden größer, insbesondere in der Industrie”, konstatierte unlängst der scheidende Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Eine schwächelnde Weltkonjunktur oder die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben den Unternehmen zu schaffen gemacht. Der neue Reigen an Konjunkturdaten wird daher besonders aufmerksam beäugt.

Den Auftakt des Reigens macht heute die Konjunkturerwartung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für die Eurozone und Deutschland. Dies war im Februar auf den bis dato tiefsten Stand seit Oktober 2014 gesunken. “Die sich abzeichnende Abschwächung der Weltkonjunktur und die ungewissen Folgen des Ölpreisverfalls” hatten nach Aussage von Sascha Steffen, Leiter des Forschungsbereichs Internationale Finanzmärkte am ZEW, die Konjunkturerwartungen der Mannheimer Wirtschaftsforscher maßgeblich gedrückt.

Der deutsche Fiskus scheint von den Konjunktureintrübungen hingegen bislang noch nicht betroffen zu sein. So hat der deutsche Staat im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Steuern eingenommen. Insgesamt flossen rund 48 Mrd. Euro in die Kassen des Bundes, der Länder und der Kommunen. Dies sind nach Angaben des Bundesfinanzministeriums etwa 5,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat (siehe SCHLAGZEILEN).

Allerdings scheinen bislang nur wenige Regionen von der guten Konjunktur zu profiteren. Laut einer gestern veröffentlichten Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) kommt das derzeitige Wachstum in vielen Gegenden nicht an. Demnach befinden sich einzelne Regionen gar “in einem Teufelskreis aus Verschuldung, Arbeitslosigkeit und Abwanderung”. Die Folge: eine zunehmende gesellschaftliche Kluft zwischen Arm und Reich. “Die deutsche Marktwirtschaft zeigt ihr wahres Gesicht in einer stark zunehmenden Ungleichheit”, konstatiert der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, in seinem neuen Buch “Verteilungskampf”.

Und dennoch: Viele Unternehmen in Deutschland haben “sich mit Innovationen und hoher Spezialisierung eine starke Wettbewerbsposition erarbeitet”, stellt der künftige Ifo-Präsident Clemens Fuest im Interview mit dem Businessmagazin Versicherungswirtschaft fest. Doch sei es “keineswegs gewährleistet, dass diese starke Position erhalten bleibt”. Denn: “Die deutsche Wirtschaft muss sich ständig anpassen, um ihre Position zu halten”, betont Fuest (siehe MÄRKTE). (td)

Bildquelle: Fotolia

__________

Weitere Themen im Blick von VWheute:

Thomas Buberl folgt de Castries an die Axa-Spitze
Henri de Castries (61) geht im September in den Ruhestand. An die Spitze des Axa-Konzerns rückt Thomas Buberl (42). Der hatte jüngst bekanntgegeben, von seinem Posten als Deutschlandchef zurückzutreten. Jetzt soll er in Paris als stellvertretender Vorstandschef eingearbeitet werden und mit seinem Vorgänger die neue Konzernstrategie ausarbeiten, die im Juni vorgestellt wird.

Schiffsschäden sind weiter gesunken
Die Schäden in der Seeschifffahrt war im vergangenen Jahr weiter rückläufig. Mit insgesamt 45 Totalverlusten waren das Jahr 2015 das sicherste Jahr für die internationale Schifffahrt seit zehn Jahren. Dies geht aus einer aktuellen Studie der AGCS hervor. Demnach sank die Zahl der Großschäden seit 2006 um 45 Prozent. Die Gründe liegen laut Versicherer in einem verbesserten Sicherheitsniveau und der Selbstregulierung der Branche.

Verbraucherzentrale fordert Recht auf Sammelklage
Dorothea Mohn, Teamleiterin Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und Vorsitzende des Verbraucherbeirats der Bafin, sieht sich mit ihrer Aufgabe auf der moralisch richtigen Seite: “Ich setze mich dafür ein, dass Verbraucher auf vernünftige Art und Weise am Finanzmarkt versorgt und besser behandelt werden. Es darf nicht sein, dass hier das Recht des Stärkeren gilt.” Das betreffe neben Versicherungen auch Finanzanlageprodukte.

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Verlag Versicherungswirtschaft | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten