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Konjunktur auf dünnem Eis

29.05.2015 – daniel_tobias_1979Von VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

Die deutsche Wirtschaft schwebt derzeit auf Wolke sieben: der Dax brummt und die Wirtschaftspropheten von DIHK und DIW prophezeien Deutschland in diesem Jahr rosige Zeiten. Allein der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hob seine Wachstumsprognose von 1,3 deutlich auf 1,8 Prozent für das laufende Kalenderjahr an.

Damit folgt der Spitzenverband zwar der Einschätzung von Bunderegierung und führenden Ökonomen. Von Euphorie kann dennoch keine Rede sein. Die Gründe für den derzeitigen Aufschwung liegen nach Ansicht von DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben auf der Hand: billiges Öl, niedrige Zinsen und ein schwacher Euro – mit anderen Worten: “Das ist ein gedopter und geliehener Aufschwung” (siehe POLITICS). Im Kern scheint die deutsche Wirtschaft zudem nicht so wettbewerbsfähig aufgestellt zu sein, wie es scheint. Getragen werde der Aufschwung vielmehr von konsumfreudigen Verbrauchern, die wegen höherer Löhne und sicherer Jobs mehr Geld ausgeben als zuvor.

Die Versicherer scheinen zumindest vom positiven Geschäftsklima dieser Tage zu profitieren. Allein 31 Prozent der Versicherer beurteilten ihre Geschäftslage im ersten Quartal diesen Jahres als positiv, so der ifo Konjunkturtest Versicherungswirtschaft. Und dennoch: der Optimismus der Branche hält sich auch hier in Grenzen. Anhaltend niedrige Zinsen, zunehmende Naturkatastrophen (siehe MÄRKTE) und regulatorische Veränderungen machen der Branche weiter zu schaffen (siehe DOSSIER).

Ein möglicher und immer wieder gerne propagierter Ausweg: Investitionen in die öffentliche Infrastruktur im Rahmen von Public Private Partnerships (PPP). So steht “Made in Germany” im Ranking der attraktivesten Standorte weltweit hoch im Kurs, berichtete unlängst die Deutsche Welle.

Doch auch hier ziehen bereits Wolken am Horizont auf. Das Problem: Deutschland müsse ein insgesamt positiveres und konjunkturfreundlicheres Klima schaffen, forderte Peter Englisch von der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Und selbst die einst hochgelobte deutsche Ingenieurskunst erhält bereits erste Schrammen – Berliner Flughafen und Hamburger Elbphilharmonie lassen grüßen.

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