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Kliniken: Zwischen Werkstatt und Wellnesstempel

23.07.2014 – Rafael_Kurz_NeuVon Rafael Kurz.

Die deutschen Krankenhäuser haben sich einzuordnen zwischen Reparaturwerkstatt und Wellnesstempel. Das klingt mit, wenn allenthalben gefordert wird, dass Qualität das bestimmende Reformziel sein muss.

Zwischen Preis und Menge von Krankenhausleistungen besteht ein Zusammenhang, das hat jüngst ein Forschungsbericht bestätigt – siehe “Kliniken: Je höher der Preis, desto höher die Fallzahl” (VWheute, 11.07.2014). Die höchsten Zahlen-Steigerungen gab es mehr oder weniger erstaunlicherweise bei den planbaren Eingriffen.

Den Schluss zu ziehen, das System der Fallpauschalen sei hinfällig ist kurzsichtig. Es stehen nicht grenzenlos Mittel zur Verfügung, die Verweildauer war schließlich einst ein Mittel zur Optimierung der Bettenbelegung.

Die Barmer stimmt in ihrem Report (siehe POLITICS) ein in die Forderung, die auch schon die AOK dieses Jahr gestellt hat: Krankenhäuser müssen sich spezialisieren, um konkurrenzfähig zu werden und um kosteneffizient zu arbeiten. Dem entspreche, dass man sich als Krankenkasse durchaus mehr Mitspracherecht wünscht.

Qualität soll zu einem festen Bestandteil werden: “Dabei interessiert uns zunächst die Struktur- und Prozessqualität und perspektivisch die Ergebnisqualität”, kommentiert die Barmer den Krankenhausreport. Ärzte und Krankenhäuser fürchten hinter derartigen Formeln erneut mehr wirtschaftlichen Druck. Zahlen der Ärztezeitung sind eindrucksvoll: Von 1991 bis 2012 sind die Patientenzahlen um vier Millionen gestiegen. Beim Pflegepersonal wurde im gleichen Zeitraum um elf Prozent abgebaut.

Ob es tatsächlich in dieser Legislaturperiode zu einer echten großen Krankenhausreform kommt, wagt die Barmer fast schon zu bezweifeln. Immerhin muss aufs Papier gebracht werden, was genau Qualität im Hinblick auf die Behandlung von Menschen bedeutet. Wo genau zwischen Reparaturwerkstatt und Wellnesstempel ein Krankenhaus sich dem Patienten zeige, sollte nicht dem Einzelfall überlassen werden. Anders gesagt: Es geht um das Wohl des Patienten und um die Bezahlbarkeit “eines der immer noch besten Systeme der Welt”. (siehe DOSSIER)

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