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Kleingeist als Emerging Risk

04.11.2015 – daniel_tobias_1979Von VWheute-Redakteur Tobias Daniel. Die deutsche Wirtschaft boomt, die Konjunktur brummt und die Aktienkurse auf dem Frankfurter Börsenparkett klimmen von einer Rekordmarke zur nächsten. Eigentlich Grund genug, beim Tag der deutschen Industrie in Lobeshymnen auf die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu verfallen. Doch der großkoalitionäre Flüchtlingsstreit dominiert den Branchentreff in diesem Jahr.

So wird BDI-Präsident Ulrich Grillo nicht müde, mit der Bundesregierung angesichts des großkoalitionären Dauerstreits um Transitzonen scharf ins Gericht zu gehen. “Es kann nicht sein, dass man Wahlkampf betreibt und sich über die Worte ‘Transitzonen’ oder ‘Einwanderungszentren’ streitet”, lautet sein Hauptvorwurf (siehe POLITICS). Das die aktuelle Zuwanderungswelle auch ihren Nutzen haben kann, lässt BDA-Präsident Ingo Kramer durchblicken. So könne mit der Integration der Flüchtlinge die Fachkräftelücke bis 2030 teilweise geschlossen werden, “wenn wir es richtig machen”.

Eine Folge: die Belebung der Sozialkassen. So geht die Deutsche Rentenversicherung davon aus, dass die hohe Zahl an Flüchtlingen eine Entlastung der Rentenkassen mit sich bringen werde. Allerdings solle man das Ausmaß nicht überschätzen, warnt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern gegenüber VWheute: “Ob der enorme Flüchtlingsstrom eine Auswirkung auf unser Rentensystem haben wird, hängt von mehreren Faktoren ab” (siehe POLITICS).

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) jedenfalls gibt sich betont industriepolitisch – spricht vom Breitbandausbau und den Finanzierungsbedingungen für Start-ups, was beides verbesserungswürdig sei, bezeichnet die Digitalisierung und den Klimaschutz als große Herausforderungen und redet über die VW-Affäre, die “Made in Germany” nicht dauerhaft beschädigen werde. Das größte Risiko sieht sie hingegen in einer drohenden Kleingeistigkeit: “Wenn wir zu klein denken, wenn wir zu sehr auf uns bezogen denken, dann wird das wieder eine große Gefährdung für Europa sein”.

“Meine Sorge ist, dass wir uns fast nur noch mit dem Flüchtlingsthema befassen”, ergänzt Wirtschafsminister Sigmar Gabriel (SPD) und warnt gleichzeitig vor Selbstzufriedenheit in der Wirtschaft. Auch wenn die Aussichten weiter günstig seien, müsse man dafür sorgen, dass diese Entwicklung auch nachhaltig abgesichert werde. (td)

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