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Keine Chance für Versicherungsbetrüger

14.05.2014 – gekreuzte-finger-150Auf jährlich etwa 2,5 Mrd. Euro schätzte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) den durch Versicherungsbetrug in Deutschland entstandenen Schaden für die ganze Branche. Das war 2001. Heute liegt der Wert bei sage und schreibe vier Mrd. Euro, so Mathias Zank vom GDV. Davon entfallen rund zwei Mrd. auf die Kraftfahrtversicherung, eine Mrd. auf die Sachversicherung und etwa ein halbe Mrd. Euro auf die Allgemeine Haftpflichtversicherung. Ein Umstand, den Alexander Vollert, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG, nicht hinnehmen will und deshalb ganz aktuell eine neue Offensive gestartet hat.

Als „quiet catastrophe“ wird dieses Massenphänomen, denn ein solches ist es absolut, im angelsächsischen Raum bezeichnet: Von “Falschen Angaben” (25 Prozent), über “Umdefinitionen” (51 Prozent) und “Übertreibungen” (41 Prozent) bis hin zu Fingierung (fünf Prozent) und der vorsätzlichen Herbeiführung (ein Prozent) ist die Palette des Versicherungsbetruges weit gefächert. Und das Risiko beginnt paradoxerweise direkt nach Vertragsabschluss, denn Experten gehen davon aus, dass sich das Bewusstsein des Versicherungsnehmers ändert und “eine Verhaltensänderung verursacht, welche das Risiko ungünstig beeinflusst”, so die Formulierung im Standardwerk der Versicherungswirtschaft “Versicherungs-Alphabet”, von Frank v. Fürstenwerth und Alfons Weiß. Nachlassende Sorgfalt, geringeres Interesse an der Schadenverhütung oder die Herbeiführung des Versicherungsfalls, sowie die arglistige Täuschung laufen unter dem Begriff des “Moralischen Risikos”.

Dem setzt die Branche ein ganzes Arsenal an Abwehrmaßnahmen (Hinweisinformationssystem/HIS früher Unwagnis) entgegen, mit unterschiedlichem Erfolg. Die Allianz hat jetzt ihr Anti-Betrugs-Team aufgestockt, mit großem Erfolg. Seit einem Jahr gibt es einen Betrugskoordinator über alle Versicherungssparten hinweg und ein eigenes Referat Betrugsabwehr. Auf die Spur von Betrügern führt auch neue Betrugserkennungssoftware, sie verknüpft Personen und Fälle und macht so mutmaßlich kriminelle Zusammenhänge in einem Meer von Daten sichtbar. Das alarmiert dann einen von 80 Betrugsabwehrspezialisten im Allianz-Innendienst. Dieses Personal wurde jüngst um ein Drittel aufgestockt: „Wir sind effektiver geworden und werden mehr Fälle aufspüren“, warnt Alexander Vollert, Chef der Allianz Versicherungs-AG potenzielle Versicherungsbetrüger. „Null Toleranz“ werde der größte deutsche Versicherer künftig mit ihnen haben. „Wenn wir vorsätzlich betrogen werden, kündigen wir dem Kunden“, stellt Vollert klar. In schweren Fällen erfolge eine Strafanzeige. Eine Bagatellgrenze unterhalb derer man Schadenfälle nicht prüft, gebe es bei der Allianz nicht. Die harte Linie schütze das eigene Haus und das Versicherungskollektiv. Und wenn dieses Kollektiv das Prinzip “Rechte Tasche – linke Tasche” verinnerlichte, wonach auch der Betrüger letztlich seinen “Vorteil” über höhere Preise selbst bezahlt, könnten die Tarife für alle Beteiligten sinken.  (ak)

Bild: Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt, sondern wird streng verfolgt und hart bestraft. (Quelle: ak)

Links: UNTERNEHMEN, Schwerpunktseite des GDV zum Thema “Versicherungsbetrug”, Bericht in der Frankfurter Rundschau “Null Toleranz bei der Allianz”

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