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Eine halbe Million Autofahrer wollen Telematik

16.12.2016 – Telematik_GDVDie deutschen Autofahrer sind beim Thema Telematik nach wie vor skeptisch. So besteht deren größte Angst vor allem im Missbbrauch der personenbezogenen Daten. Das Potenzial für die Versicherer ist dennoch enorm. Gerade in der Gruppe der 18- bis 40-Jährigen ist die Wechselbereitschaft hoch. Für die Kfz-Versicherer bedeutet dies ein Prämienpotenzial bis zu einer Mrd. Euro.

Bislang ist die Nachfrage nach Telematik-Tarifen verschwindend klein. Der Vorstoß der VHV im vergangenen Jahr hat nicht die erhofften Umsätze gebracht. Doch es ist verfrüht, die Telematik jetzt schon abzuschreiben, legt eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney nahe. In der Altersgruppe der 18- bis 40-Jährigen wären bis zu 325.000 Kunden zu einem Wechsel in einen Telematiktarif bereit, berichten die Unternehmensberater. Bei den 30- bis 40-Jährigen wären gar bis zu 575.000 Neukunden interessiert. “Diese potenziell knapp eine Million Wechselkunden könnten für die Versicherungen unmittelbare Prämien im Wert von einer Milliarde Euro abschöpfen – und das pro Jahr”, kommentiert Karl Obermair, Projektleiter und Experte für Mobilitätsservices bei A.T. Kearney, die Umfrageergebnisse.

Ebenfalls positiv für die Versicherer sieht der Experte auch den Aspekt der Datensicherheit. Hier zeige sich, “dass jeder zweite Verbraucher Telematik-Tarifen offener gegenübersteht, solange nachvollziehbar ist, welche Daten die Versicherung wofür nutzt. Auch wenn die Angst vor Datenmissbrauch schrumpft – das Thema ‘vernetztes Auto’ ist nach wie vor extrem erklärungsbedürftig, insbesondere worin genau der relevante Mehrwert für den Kunden liegt”, erläutert der Mobilitätsexperte.

Dennoch lehnt rund die Hälfte der Autofahrer die Nutzung von Telematik-Tarifen aus datenschutzrechtlichen Gründen weiterhin ab. Nur 40 Prozent aller Befragten können sich hingegen einen Tarifwechsel vorstellen, wenn sich die Versicherungsprämie je nach Fahrstil erhöhen oder senken lässt. Besonders junge Autofahrer scheinen deshalb besonders interessiert, da das Unfallrisiko in dieser Altersgruppe besonders hoch ist. (vwh/td)

Bildquelle: GDV

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Katastrophenschäden stark angestiegen
Der gesamtwirtschaftliche Schaden aus Natur- und anderen Katastrophen stieg 2016 auf mindestens 158 Mrd. Dollar – 65 Mrd. Dollar mehr als im Vorjahr. Dies vermeldet das Forscher-Team von Sigma (Swiss Re). Die Versicherungsschäden belaufen sich auf rund 49 Mrd. Dollar. Die Lücke zwischen Gesamtschaden und Versicherungsschaden zeigt: Regionen, die 2016 von Katastrophen betroffen waren, hat es häufig kalt erwischt.

Arag expandiert in den USA
Die Arag wird 2016 im deutschen Rechtsschutzgeschäft um 6,2 Prozent auf 328 Millionen Euro wachsen. Ihr Marktanteil dürfte damit nach langen Jahren des Abriebs auf 9,1 (8,5) Prozent steigen. “Wir haben sieben Jahre hart am Vertrieb gearbeitet – und irgendwann kommt dann auch der Erfolg”, sagte Vertriebsvorstand Johannes Kathan.

Nordamerika bereitet Coface Sorgen
Die Wirtschaft in Nordamerika bereitet Coface derzeit Sorgen. Demnach hat der Kreditversicherer die Branchenbewertung für den Einzelhandel, den Transport, sowie Textil/Bekleidung und Papier/Holz herabgestuft. Zudem sei Nordamerika im laufenden Quartal die Region mit der stärksten Zunahme von Risiken. Gleichzeitig rechnet der Kreditversicherer mit einem Anstieg der Firmeninsolvenzen.

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