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Ist die Pflege eHealth-fähig?

09.06.2015 – daniel_flemmingVon Daniel Flemming, Hochschule Osnabrück. Der Ausbau der Gesundheitstelematik in Deutschland nimmt mit dem jüngst vom Bundeskabinett verabschiedeten “E-Health-Gesetz” neue Fahrt auf. Im Mittelpunkt steht dabei die Übermittlung gesundheitsbezogener Transferdokumente am Ende einer Behandlungsepisode, wie z.B. der elektronische Arztbrief oder der Entlassbrief.

Vor dem Hintergrund einer wachsenden Zahl Pflegebedürftiger ist die Einbindung gesundheitstelematischer Anwendungen der professionellen Pflege (und therapeutischer Berufe) ein wesentliches Kriterium einer patientenzentrierten und sicheren, weil informierten, Versorgung. Die Hochschule Osnabrück hat unter der Schirmherrschaft des Deutschen Pflegerates e.V. bereits vor einigen Jahren einen Standard für einen elektronischen Pflegebericht (ePflegebericht) entwickelt, so dass die professionelle Pflege einen aktiven Beitrag zu einer kontinuierlichen Patientenversorgung mithilfe der Gesundheitstelematik leisten kann.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes ist die Anwendbarkeit des ePflegeberichts zum Austausch von Informationen zwischen pflegerischen Einrichtungen und Krankenhäusern mithilfe der elektronischen Gesundheitskarte inzwischen nachgewiesen worden.

Die Integration pflegerischer Informationen in einen multidisziplinären Entlassbrief ist angesichts der Herausforderungen einer multidisziplinären, sektorenübergreifenden kontinuierlichen Versorgung nicht nur dringend notwendig, sondern mit dem ePflegebericht auch umsetzbar. Bisher ist der Zugang zur Gesundheitstelematik jedoch nur den approbierten bzw. verkammerten Berufen im Gesundheitswesen vorbehalten.

Für eine Sicherstellung einer informierten Versorgung pflegebedürftiger oder chronisch kranker Menschen ist es zukünftig notwendig der professionellen Pflege einen Zugang zur Gesundheitstelematik zu eröffnen, denn letztlich bedeutet Gesundheitstelematik immer auch Telematik in der Pflege (siehe MÄRKTE).

Bild: Diplom-Kaufmann Daniel Flemming ist Krankenpfleger, wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie Lehrkraft für besondere Aufgaben in der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen an der Hochschule Osnabrück. Er spricht auf dem 18. Hauptstadtkongress in Berlin. Bereits heute beschäftigt sich die Fachtagung “Vernetzte Versorgung” mit den Lücken von Digital Health. (Quelle: Privat)

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