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Ist die Europawahl ein Non-Event für Anleger?

23.05.2014 – Fidelity_christian-v-engelbrechten_150Von Christian von Engelbrechten

Vom 22. bis 25. Mai wird das Europäische Parlament von den Bürgern der EU-Mitgliedsstaaten gewählt. Den Anfang machten gestern die Niederlande und Großbritannien, wo Anti-EU-Populisten große Chancen auf einen Sieg bei der Europawahl haben. Ist das ein Risiko für die Aktienmärkte?

Ich gehe davon aus, dass die Folgen der Europawahl nur kurz zu spüren sein werden. Auf eine Stärkung der Europa-Skeptiker dürften die Märkte zwar nervös reagieren. Andererseits würde ein schwächerer Euro den Export ankurbeln und damit die Gewinne vieler europäischer Unternehmen beflügeln. Da die Europa-Gegner aber wohl kaum eine Mehrheit erringen werden, geht von ihnen meines Erachtens keine Gefahr für einen durchgreifenden Politikwechsel aus. Nach den Wahlen dürften die Populisten aus dem rechten Lager angesichts der weiteren wirtschaftlichen Erholung ohnehin Schritt für Schritt an Einfluss verlieren.

Einige Peripherieländer weisen inzwischen bereits wieder Leistungsbilanzüberschüsse auf und Europa als Ganzes befindet sich auf Wachstumskurs. Ich rechne deshalb schon bald mit positiven Nachrichten vom Arbeitsmarkt. Viele Firmen in Europa wollen mehr Mitarbeiter einstellen, und auch in Spanien sinkt die Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig wächst Spaniens Exportwirtschaft wieder – ein wichtiger Hinweis auf die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Wirtschaft. Ganz offensichtlich schlagen die harten Reformen an und wirken sich, ähnlich wie die massiven Einschnitte durch die Agenda 2010 in Deutschland, positiv aus. Allerdings sollten sich Regierungen und Unternehmen nun nicht auf den ersten Erfolgen ausruhen. Stattdessen sollten sie weiter daran arbeiten, die Wettbewerbsfähigkeit Europas gegenüber anderen Regionen zu verbessern.

Deutschlands Unternehmen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Mit ihrer strukturellen Innovationskraft, die durch zahllose Patentanmeldungen belegt ist, ihren starken, global geachteten Marken, gesunden Bilanzen und wettbewerbsfähigen Lohnstückkosten bleiben sie Treiber des wirtschaftlichen Erfolgs in Europa. Diese fundamentalen Faktoren werden jegliche durch die Politik verursachten kurzfristigen Marktschwankungen mehr als ausgleichen.

Bild: Christian von Engelbrechten ist Fondsmanager des Fidelity Germany Fund. (Quelle: Fidelity)

Links: DOSSIER, POLITICS, MÄRKTE

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