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Innentäter im Schadenszenario der Industrie 4.0

13.05.2015 – Cyber_Thinkstock“Es ist leider so, dass der Angreifer dem Verteidiger immer ein Stück voraus ist.”, warnt Cyber-Experte Frank Melber vom Tüv Rheinland. Jenseits von Viren und Technik sieht Hans-Georg Maaßen die größte Gefahr für die Golden Nuggets der Industrie 4.0 im sogenannten Innentäter. Der Chef des Verfassungsschutzes muss heute auch Fragen zur aktuellen Spionage-Affäre beantworten. Versicherer können zur Sicherheit 2.0 beitragen.

“Es wird keine Prävention gegen diese Angriffe geben”, malt Tüv-Experte Frank Melber recht schwarz. “Habe ich Malware über Stunden oder Tage im Netz, kann die Zeit ausreichen, dass der Schaden, sprich der Datenabfluss der Golden Nuggets aus dem Unternehmen bereits stattgefunden hat.”

Die Digitalwirtschaft indes, Vorreiter auch für die Industrie 4.0, konzentriert sich aktuell auf eben diese schwer beherrschbare technische Seite. Hiscox hat festgestellt: man verzichtet hier weitgehend auf Versicherungsschutz.

“Der beste Schutz ist, es gar nicht erst zu einem Cyber-Überfall und dem daraus resultierenden Schaden kommen zu lassen”, gab jüngst Christian von Göler, Geschäftsführer bei der Best Gruppe, auf VWheute die Ansage auch für die Versicherungsseite. Denn hochattraktive Ziele im Mittelstand sind nicht durch Einzelmaßnahmen zu schützen.

Cyber-Experte Robin Kroha (Director, HiSolutions) hat eine entsprechende Unternehmenssicherheit 2.0 angedacht: Nur durch organisatorische Integration könne verhindert werden, dass non-IT-Bestandteile des Unternehmens als Angriffsvektor genutzt werden. Konkret ist das der vom Verfassungsschutz skizzierte Innentäter, der unzufriedene oder nicht ausreichend geschulte Mitarbeiter – heute im Fokus, wenn Maaßen und Co. zu Wirtschaftsspionage und Wirtschaftsschutz tagen.

Chance 4.0: Die Expertise der Versicherungswirtschaft reicht hier von der ersten Evaluation über umfängliches Krisenmanagement bis hin zur Regulierung. Es braucht indes wohl weitere Lobbyarbeit, damit auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) über die technische Seite (siehe POLITICS) der Sicherheit hinausblickt.(ku)
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Bildquelle: Thinkstock

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