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Im Shitstorm: Wie alt sind die Vorstellungen der Alten Leipziger von 1819?

18.03.2015 – Von VWheute-Redakteur Rafael Kurz. Wie alt sind die gesellschaftlichen Vorstellungen der Alte Leipziger Versicherung? Unter dieser Fragestellung befindet sich der Versicherer derzeit in einem crossmedialen Shitstorm. Zu Recht. Das Thema “Frauen in Führung” ist vorerst durch. Die Diskussion darüber längst noch nicht. Inmitten dieser eigentlich auslaufenden Welle setzen die Werbestrategen – unfreiwillig – Akzente.

Stein des Anstoßes ist vor allem ein Erklärvideo der Alte Leipziger Versicherung zum Thema Berufsunfähigkeit: Ende 2014 präsentiert die MeinUnternehmensfilm GmbH dieses Ergebnis ihrer Zusammenarbeit mit dem Versicherer. Der Shitstorm läuft jetzt seit Anfang der Woche unter anderem bei Twitter.

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Kurz nach dem Gesetz zu Frauen in Aufsichtsräten und unmittelbar vor dem Equal Pay-Day gerät die populär gemeinte Comic-Kampagne ins Visier medialer Betrachtung (siehe UNTERNEHMEN).

Bei der Zeitreise der Alten Leipziger geht es indes darum, dass ein hilfloses Frauchen – ihren Tag verbringt sie beim Plausch mit der Nachbarin und mit dem Bekochen des Göttergatten – im Falle des Ablebens des Alleinverdieners abgesichert sein muss. Eine findige Bloggerin weist hin auf eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 1977.

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Denn vor der Abschaffung der sogenannten Hausfrauenehe stand im BGB § 1356 geschrieben: “Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung. Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist.”

Wir attestieren also – zwischen Augenzwinkern und hysterischer Political Correctness – definitiv bemerkenswertes Marketing.

Auch bemerkenswert: Den versicherungstechnischen und -strategischen Kernbereich Produkte, Mathematik, Vertrag, Leistung sowie die Produktkoordination Krankenversicherung verantwortet mit Wiltrud Pekarek bei der Alten Leipziger eine Frau.

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Bildquellen: Alte Leipziger

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