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Das Duell, kein Check, aber informativ

02.09.2013 – mertesDas also war der Höhepunkt des Bundestagswahlkampfs, der zugleich die Wende bringen sollte – nicht für die Amtsinhaberin, die noch einmal antritt, sondern für ihren Herausforderer, der in der demoskopischen Wählergunst bislang dramatisch zurückliegt.
Die Neunzig-Minutensendung brachte immerhin Erkenntnisse und bei einer teils miserablen journalistischen Leistung der Fragesteller ist das ja schon etwas. Auch für die Versicherer gab es interessanten Stoff – nicht direkt branchenbezogen, aber hörenswert. Denn auch Versicherer sind ja Wähler für das große Ganze.

 

Bundeskanzlerin Merkel bei einem Google Hangout 2013Bereits nach 40 Minuten nach Ende der Schlussplädoyers präsentierten die Demoskopen das Duell-Ergebnis: Knapper Punktsieger Steinbrück mit 49 Prozent, Merkel zurück mit 44 Prozent. Wenn sich jetzt noch die SPD der Deutungshoheit der Interpretation dieses Vergleichs bemächtigt, kann noch etwas neue Spannung aufkommen. Eine zweite Duellrunde wird es nicht geben, so werden die jetzt breit in die Diskussionsarena geworfenen Argumente nachgearbeitet und ausgebaut werden (s. auch DOSSIER).

Das sind:

  • die Auszehrung der deutschen Sparer wegen der Minizinsen,
  • damit zusammenhängend die Vermeidung der Altersarmut,
  • der Umbau des dualen Gesundheitssystems in Richtung Bürgerversicherung.
  • die Bereitschaft im Zuge der Konsolidierung von deutscher Seite Finanzopfer zu bringen.

steinbrueck_foto_spd_knoll Und hier zeigte sich exemplarisch der Grund für den möglichen Punktevorsprung Steinbrücks aus Zuschauersicht. Die Kanzlerin mit vier Jahren Krisenamtszeit hinter sich musste erst einmal jeweils die Zielkonflikte und Mühen des langen Marsches durch die Tiefebenen der Politik darzustellen, ehe sie zur Perspektive kam. Das brachte ihr einen Vorsprung an Sympathiepunkten, der aber im Endergebnis nicht durchschlug. Der Herausforderer konnte seine Zeit nutzen, Programme und Postulate zu formulieren. Das wirkt naturgemäß geschlossener – schon alleine wegen des in vielen Vorträgen trainierten Redestils des Herausforderers. Die Chance zur Verifizierung dieser Ziele allerdings durch Optionen des Machterwerbs außer über Rotgrün, das wurde in der Runde auch deutlich, sind blockiert. Steinbrück erteilte einer großen Koalition abermals eine unwiderrufliche Absage. Zumindest mit ihm.

Fotos: Heinz Klaus Mertes, Chefredakteur (oben), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (SPD) (Quellen: vvw; Bundesregierung, Steffen Kugler; SPD, Knoll)

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