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Hoeneß is back – eine neue “alte” Allianz

25.11.2016 – uli_hoenes_dpa Nach 987 Tagen wird Uli Hoeneß wieder zum Präsidenten des Deutschen Rekordmeisters gewählt und macht somit das Revival neuer “alten” Allianz perfekt. Dabei findet die Wahl – wie schon zu erwarten – nicht nur ungeteilte Zustimmung. Die Allianz als Anteilseigner der FC Bayern München AG sieht darin jedenfalls keinen Verstoß gegen geltende Compliance-Regelungen und hält weiter an der Partnerschaft mit dem Club fest.

So ist davon auszugehen, dass die Rückkehr des personifizierten FCB ebenso emotional werden wird wie sein Abgang im Mai 2014. Damals verkündete Hoeneß noch trotzig: “Das war’s noch nicht”. Bislang erinnert seine Rückkehr jedenfalls an alte Zeiten, als die “Abteilung Attacke” hitzige Debatten im medialen Blätterwald garantierte.

Es verwundert also nicht, dass die neuerliche Inthronisierung von Hoeneß in Amt und Würden nach seiner Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung auch für kritische Töne sorgt. Dabei geht es auch um die Frage, inwieweit diese Wahl mit geltenden Compliance-Regelungen in Einklang zu bringen ist – allen voran bei der Allianz. So kam die Affäre für den Versicherer und Mitgesellschafter der FC Bayern München AG damals zur Unzeit. Dabei hätte man sich damals durchaus gewünscht, dass das ganze Ausmaß des Skandals erst später ans Licht gekommen wäre, berichteten damals Insider.

Heute – zweieinhalb Jahre nach der Steueraffäre – sieht man bei der Allianz zumindest offiziell keinen Hinderungsgrund für eine Rückkehr des streitbaren Hoeneß in die Chefetage des FCB. So betonte der Versicherer auf Anfrage von VWheute: “Herr Hoeneß hat seine Bereitschaft erklärt, erneut für das Amt des Vereinspräsidenten zu kandidieren. Sollten ihn die Mitglieder des FC Bayern bei der Jahreshauptversammlung wählen, würde ihm auch ein Sitz im Aufsichtsrat der FC Bayern AG zustehen, um die Interessen des Vereins, der mehrheitlicher Anteilseigner der AG ist, zu vertreten. Seine Expertise dafür ist unbestritten.”

Gesetzliche Hinderungsgründe, “die einer Mandatsübernahme entgegen stehen” könnten, sieht die Allianz auf Nachfrage hingegen nicht. “Sollte Herr Hoeneß von den Vereinsmitgliedern zum Präsidenten gewählt werden und einen Sitz im Aufsichtsrat der FC Bayern AG übernehmen, dann muss er in erster Linie das Beste für dieses Unternehmen wollen und machen. Das war bei Herrn Hoeneß immer der Fall”, betonte die Allianz (siehe DOSSIER).

In der Säbener Straße sieht man die Diskussion jedenfalls durchaus gelassen. Dass Hoeneß nach den Richtlinien der Allianz aufgrund seiner Verurteilung und Haftstrafe eigentlich kein Amt mehr übernehmen dürfte, scheint auch Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef der FC Bayern München AG, bekannt. “Doch dieser Klub tickt ein wenig anders”, betonte er unlängst in einem Interview mit dem Handelsblatt. Demnach wolle man sich “natürlich” nicht abkoppeln von Compliance-Regeln. Doch man dürfe nicht “vergessen, dass FC Bayern München e.V., der Verein, Mehrheitsgesellschafter ist. Wenn darüber in der Republik diskutiert wird, müssen wir das aushalten”, gibt sich Rummenigge trotzig.

Die aktuelle Diskussion ist jedenfalls ein neuerlicher Beleg dafür, dass sie weniger einer neuen Tugendmoral als vielmehr kühler Prävention entspringt, nicht selbst in einen derartigen Strudel hineingezogen zu werden. Die Anhänger des FCB scheren sich hingegen kaum um solch taktisches Kalkül: Denn für sie bedeutet die neue “alte” Allianz nur eines: Dass wieder zusammenwächst, was zusammengehört. Und Hoeneß selbst? Für ihn ist es die letzte Chance, sein Lebenswerk beim Rekordmeister zu vollenden. (td)

Bild: Uli Hoeneß (Quelle: dpa)

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