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Heiße Woche, schattiger Herbst

27.07.2015 – blatt_pixelio.deDie Wahrheit liegt auf dem Platz. Und das sind diese Woche inmitten von Sommerpause und –flaute die Bilanzberichte der Unternehmen mit wichtigen, wenn auch vorsichtigen Ausblicken auf einen Herbst der Richtungsentscheidungen. Auch schlüsselhafte Versicherer legen Zwischenstände vor.

Im Branchenfokus stehen die Geschäftszahlen der Swiss Re und der Generali. Letztere steht angesichts niedriger Zinsen vor dem Umbruch. Um bis zu 30 Prozent will Deutschland-Chef Giovanni Liverani die Kosten senken. Sein Interview in der WirtschaftsWoche klang stellenweise nach Heulen und Zähneknirschen. Gleichzeitig macht der Konzern mit seiner Ankündigung offensiven Ernst, stärker auf die Telematik zu setzen, wie die Übernahme des britischen Start-ups MyDrive belegt (siehe UNTERNEHMEN).

Wie weit die Digitalisierung in der schwesterlichen Automobilbranche bereits fortgeschritten ist, zeigen die Pläne von Daimler, bald auch selbstfahrende Lastwagen auf Deutschlands Autobahnen testen zu wollen (siehe SCHLAGZEILEN) – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Tarifpolitik der Kfz-Versicherer.

Auch die mit der Digitalisierung verbundenen Risiken werden die Branche künftig stärker beschäftigen als zuvor: “Im Bereich Cyber sehen wir weiterhin viel Potential”, betont Robert Dietrich, Hauptbevollmächtigter von Hiscox Deutschland, im Exklusiv-Interview mit VWheute.

Die Versicherer als systemischer Teil des Finanzsektors dürften angesichts der Führungsturbulenzen und der laufenden Prozessflut die Quartalszahlen der Deutschen Bank am Donnerstag aufmerksam beobachten. Der neue starke Mann John Cryan bekommt reichlich Vorschusslorbeeren. Auch wenn dieser Analysten zufolge einen Gewinnsprung präsentieren dürfte, steht er doch vor der Herkulesaufgabe, verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Welche Rückschläge da noch drohen können, zeigt der jetzt aufgekommene Betrugsskandal mit CO2-Zertifikaten.

Um Vertrauen geht es auch bei der Deutschen Lufthansa, die am gleichen Tag ihre Zahlen vorlegen wird. Während Vorstandschef Carsten Spohr der Trauerfeier um die Opfer der Germanwings-Katastrophe wegen “angespannter Atmosphäre” fernbleiben will, geht der schier endlose Tarifkonflikt mit den Piloten in eine neue Runde. Auch die Billigkonkurrenz macht dem fliegenden Kranich weiter zu schaffen, wie das neue Preismodell zeigt.

Lediglich auf der Berliner Politbühne befinden sich die meisten Akteure im mehr oder minder verdienten Erholungsurlaub. Regeneration scheint auch dringend geboten angesichts der immer noch zahlreichen Baustellen beim Thema Altersvorsorge, die bereits deutliche Schatten auf einen Herbst werfen, der in vielerlei Hinsicht zu Entscheidungen drängt (siehe POLITICS). (hkm/td)

Bildquelle: sterntaler62 / pixelio.de

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