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Handicap mit dem Handicap

07.09.2016 – olympia_pixelio“Dabei sein ist alles” lautet der altbekannte olympische Wahlspruch. Im übertragenen Sinne trifft dies natürlich auch auf die Paralympischen Spiele zu, die am heutigen Mittwoch in Rio de Janeiro eröffnet werden. Wenige Tage stehen die Sportler mit körperlichem Handicap dann im Fokus der Weltöffentlichkeit. Diese ändert hingegen nichts an dem Umstand, dass der Behindertensport ansonsten weitgehend ein Nischendasein fristet.

Vor vier Jahren noch zählten die Paralympics von London zu den Meilensteinen der Sportgeschichte: Ausverkaufte Wettkampfstätten, engagierte Helfer und mehr als drei Milliarden Fernsehzuschauer. Bei den diesjährigen Spielen erwarten die Organisatoren, dass erstmals die Rekordmarke von vier Milliarden Zuschauern geknackt wird, welche die Spiele rund um den Globus über die Fernsehkanäle verfolgen werden.

Die mediale Aufmerksamkeit täuscht hingegen nur wenig darüber hinweg, dass “Menschen mit einem körperlichen Defizit” im Gastland selbst nur wenig Aufmerksamkeit genießen. Laut einer Erhebung von 2015 haben rund 6,2 Prozent der Brasilianer eine körperliche Behinderung. Etwa 80 Prozent gaben zudem in einer Umfrage an, dass die Rechte von Behinderten in Brasilien selbst nur wenig beachtet würden.

Auch in Deutschland selbst scheinen Behindertensportler noch immer nicht über die Aufmerksamkeit zu verfügen wie die olympischen Athleten. Dies spiegelt sich sowohl in den Trainings- als auch den finanziellen Rahmenbedingungen wider. Zwei Beispiele: für einen WM-Titel in der Leichtathletik erhält ein Athlet ohne Behinderung etwa 60.000 US-Dollar. Ein behinderter Sportler geht hingegen für gewöhnlich leer aus. Zudem gibt es in Deutschland 19 Olympiastützpunkte, die zwar auch für den paralympischen Sport gedacht sind. Nur die Hälfte davon ist jedoch barrierefrei.

“Wir kämpfen für Aufmerksamkeit”, schreibt sich daher Weitspringer Markus Rehm bei seinem Auftritt in Rio auf die Fahnen. Der 28-jährige Goldmedaillengewinner von London gehört zu den Topstars des deutschen Paralympic-Teams. Die Trennung zwischen Olympischen und Paralympischen Spielen macht aus seiner Sicht hingegen Sinn. “Wir vertreten gewisse Botschaften und Werte, die sich von denen der Olympischen Spiele unterscheiden”, konstatiert er in der aktuellen Ausgabe des Beratermagazins Value (siehe DOSSIER).

Unterstützung erhält der deutsche Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier jedenfalls von der Allianz, die seit 2006 zu den wichtigsten Partnern des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) gehört. Dabei beschränkt sich die Kooperation nicht nur auf den finanziellen Teil. So will der Konzern nach eigenen Angaben auch das Bewusstsein für den Behindertensport und dessen Popularität fördern. (td)

Bildquelle: Alexandra H. / pixelio.de

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