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Großer Knall und lange Zündschnur

27.11.2015 – bigbang_pixelioKnüppeldick sollte es diese Woche kommen in der deutschen Versicherungslandschaft. Sei es die neue europäische Vermittlerrichtlinie, die künftige Konzernstrategie der Allianz oder die digitale Transformation der Versicherungsbranche – der Kunde stand stets im Mittelpunkt des vermeintlichen Brancheninteresses. Vorläufiger Höhepunkt des geballten Entscheidungsmarathons: der Bundeshaushalt 2016.

Das die fortschreitende Digitalisierung die Branche bereits seit längerem in ihren Grundfesten erschüttert und das Geschäft der Versicherer fundamental umkrempelt, ist eine an sich altbekannte Binnenweisheit. Nicht verwunderlich daher, dass Allianz-Chef Oliver Bäte im Rahmen des Investorentages in München mit der neuen Konzernstrategie auch gleich die digitale Führerschaft des Versicherungsgiganten zum strategischen Ziel ausgerufen hat – und das ganz im Sinne des Kunden.

Denn: Die Branche sei mehr von Regulatoren gesteuert als von Kunden, lautete unlängst seine Kritik. Umso mehr hallt sein Big Bang in Form des Joint Ventures mit dem chinesischen Suchmaschinendienst Baidu bis heute nach. So geht der Branchenprimus davon aus, dass allein die digital generierten Prämieneinnahmen in China von 25 Mrd. Euro in diesem Jahr auf 107 Mrd. Euro im Jahr 2020 ansteigen werden (siehe DOSSIER).

Dass Digitalisierung und Kundennähe der Branche insgesamt gut tun würde, schrieb GDV-Präsident Alexander Erdland den Branchenmanagern auf dem Versicherungstag in Berlin ins Stammbuch. “Wir müssen noch viel radikaler als früher vom Kunden her denken”, fordert der Branchenchef. Kaum zu glauben, dass sogar der fürs Digitale zuständige EU-Kommissar Günther H. Oettinger in seiner Keynote eine Reihe von Pointen drauf hatte, die das versammelte auf andere Stilmittel gefasste Manager-Auditorium mehrfach ins Lachen ausbrechen ließen (siehe SCHLAGZEILEN).

Eine besonders lange Zündschnur braucht die neue Vermittlerrichtlinie, welche am vergangenen Dienstag im Europaparlament in Brüssel verabschiedet wurde. Was als ausgewogener Kompromiss von mehr Verbraucherschutz und Wahrung der Brancheninteressen gedacht ist, kann sich mitunter auf Dauer als Rohrkrepierer erweisen. Denn die neuen Regeln sollen erst 2017 EU-weit greifen – viel Wasser, was bis dahin noch durch die politischen Mühlen fließen wird.

Auf Sicht fährt hingegen der Bundeshaushalt 2016, welcher heute zum Abschluss der politischen Woche in Berlin verabschiedet werden soll – zumal die sichtlich verschnupfte Kanzlerin in einer ungewohnt sachlichen Generaldebatte gar wahrliche Lobeshymnen von der Opposition erhielt. Nonchalant bereitete sie daher die Parlamentarier auf die wirklich strategischen Herausforderungen vor, die da heißen: Flüchtlinge, Terror, Syrien und Klimawandel – getreu ihrem eigenen Leitspruch “Deutschland in guten Händen”. (td)

Bildquelle: Rike / pixelio.de

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