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Griechen-Gipfel: Zwischen Skepsis und Erwartung

23.06.2015 – taf_bruesselVon VWheute-Korrespondent Thomas Friedrich aus Brüssel. Die Lösung der griechischen Tragödie bleibt Chefsache. Den Finanzministern der Eurozone gelang es am Montagnachmittag bei ihrem Brüsseler Treffen nicht, den gordischen Knoten zu durchtrennen, um einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone zu gewährleisten.

Als Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloom nach knapp einstündiger Sitzung vor die Presse trat, hatte er nur wenig Konkretes zu berichten: ” Wir haben heute Morgen neue Vorschläge von der griechischen Regierung bekommen, was wir begrüßen. Die Institutionen werden diese prüfen und konnten bisher sich kein abschließendes Urteil dazu bilden”. Alle Beteiligten sollten zügig ans Werk gehen.

“Wenn alles gut geht, treffen sich die Eurogruppenminister erneut in dieser Woche, um ein endgültiges Ergebnis zu erzielen”, orakelte der Eurogruppenchef. Also Raum für weitere Detailverhandlungen zwischen den sogenannten Institutonen, der EU-Kommission der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Europäischen Währungsfonds (IWF). Berichte zu Beginn der Woche, der IWF werde aus den weiteren Verhandlungen wegen seiner strikten Linie für die Rückzahlungsforderungen an Griechenland ausgeblendet, wollte Dijsselbloom nicht bestätigen.

Der griechischen Sage nach soll 333 vor Christus, Alexander der Große auf dem Zug nach Persien den gordischen Knoten, der am Streitwagen des phrygischen Königs Gordios die Deichsel seines Streitwagens unzertrennbar mit dem Zugjoch verbunden haben soll, gewaltsam getrennt haben. Dem Orakel von Delphi zufolge sollte derjenige die Herrschaft über Asien bekommen, der den kompliziert verwobenen Knoten entflechten könne. Während seiner Widersacher an dieser Sisyphos-Aufgabe scheitern, soll Alexander der Große sein Schwert aus der Scheide gezogen haben und den gordischen Knoten mit der Klinge durchtrennt haben.

Es bleibt in der Nacht zum Dienstag beim Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs der Euroländer offenbar Kanzlerin Angela Merkel vorbehalten, mit einer politischen Lösung, gleichsam dem Durchtrennen des gordischen Knotens zugunsten Griechenland, eine messerscharfe Lösung zu erzwingen. Merkels persönliche politische Zukunft scheint zunehmend mit einer Beendigung des Dramas um die griechische Regierung Alexis Tsipras verbunden zu sein. Will Merkel einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone um jeden Preis und wer macht mehr Zugeständnisse, Berlin oder Athen? (siehe SCHLAGZEILEN)

Bild: VWheute-Korrespondent Thomas Friedrich beim Doorstep der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel (Quelle: Francois Viera – EPI Agency)

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