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Schlag auf Schlag: Auf der Suche nach Solvabilität

16.07.2014 – BaltzerVon Christoph Baltzer.

Die Württembergische Leben zahlt keine Dividenden mehr. Die Gothaer Leben hatte bereits Anfang 2013 ihren Ergebnisabführungsvertrag mit der Holding gekündigt. Ein Ergebnisabführungsvertrag verpflichtet einen Konzern, auch für Verluste eines Tochterunternehmens einzustehen.

Solvabilität wird zu einem beherrschenden Thema der Lebensversicherer. Seit 2007 sinken die Solvabilitätsquoten. Nach Berechnungen von map report wiesen die Lebensversicherer im Jahr 2007 noch eine Solvabilität von 207,5 Prozent dessen vor, was die Aufsicht fordert. Jetzt sind es nur noch 165,1 Prozent.

In einer Ad-hoc-Meldung gab die Württembergische am Freitag bekannt (VWheute berichtete), dass sie die Gewinne des Lebensversicherers thesaurieren werden. Im vergangenen Jahr hatte der Lebensversicherer noch 39 Mio. Euro Gewinn ausgekehrt. Die Solvabilitätsquote der WürttLeben liegt bei 142,7 Prozent. Das liegt deutlich unter dem Durchschnitt des Marktes, Tendenz sinkend. 2006 hatte die Solvabilität noch bei 214 Prozent gelegen, mehr als bei den meisten Konkurrenten.

Die Gothaer Leben hat bereits im vergangenen Jahr die Überweisung an die Muttergesellschaft eingestellt. 25 Mio. Euro Gewinn packten die Kölner jetzt in die Gewinnrücklagen ihres Lebensversicherers. Dadurch wuchsen dessen Eigenmittel von 234,6 auf 259,6 Mio. Euro. Mit 160,2 Prozent des aufsichtsrechtlich geforderten liegt die Solvabilität der Gothaer Leben unter dem Marktschnitt. Durch eine veränderte Produktpolitik verbessert sich die Lage seit 2009.

Den Ergebnisabführungsvertrag des Lebensversicherers haben die Kölner in Vorbereitung auf Solvency II gekündigt. Das ist bemerkenswert. Denn eigentlich soll nach den neuen Aufsichtsprinzipien die Solvabilität nicht mehr nach Einzelgesellschaften betrachtet werden, sondern gesamtheitlich im Konzern. Die Kündigung des Ergebnisabführungsvertrags ist von daher ein Rückschritt. Besteht ein Ergebnisabführungsvertrag, ist das Mutterunternehmen verpflichtet, auch die Verluste der Tochter auszugleichen.

Die Allianz machte genau das Gegenteil und schloss am 1. Januar 2013 einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Allianz Deutschland AG. Der Überschuss wird jetzt fast vollständig an die Holding abgeführt. Deutschlands größter Lebensversicherer überwies im Jahr 2013 442 Mio. Euro an die Konzernmutter. Im Jahr 2012 hatte er noch 487 Mio. Euro in Form einer Dividende gezahlt. Den anderen Gewinnrücklagen führte die Allianz Leben 116 Mio. Euro zu. 2012 waren es noch 33 Mio. Euro gewesen. Nach Berechnungen von map report liegt die Solva-Quote der Allianz Leben bei 175,7 Prozent und ist damit deutlich besser als der Markt. Allerdings wird der Abstand zu den Konkurrenten immer geringer. 2006 lag die Solvabilität noch bei 269,6 Prozent.

Wie in seismographischen Wellen schlagen die  Neuausrichtungen in der Versicherungsbranche  auch auf affine Sektoren durch. So wittern die in den Versicherungshäusern stark vertretenen Consultingunternehmen  in den anstehenden strukturellen und strategischen Veränderungen reichhaltige Beratungsmandate (siehe UNTERNEHMEN).  Wanted: Neue Geschäftsmodelle mit Ertragskraft.

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