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Generali provoziert den PKV-Verband

23.06.2016 – Unhappy_aprillbell_sxcÜber die wirtschaftspolitischen Herausforderungen, soziale Sicherheit im demografischen Wandel und über die Einstellung der Bevölkerung zum deutschen Gesundheitssystem wird man heute auf der PKV-Jahrestagung in Berlin sprechen. Kurze Zeit später wird Generali-Chef Giovanni Liverani in München das umstrittene Vitality-Produkt vorstellen. PKV-Geschäftsführer Tim Genett hält den Streit um das Produkt für eine Phantomdebatte.

Geringere Morbidität und höhere Vertragstreue: In Südafrika hat sich das Gesundheitstracking durchgesetzt, zumindest in gewissen Kreisen. „Ein Programm wie Vitality ist in jedermanns Interesse“, kommentiert Giovanni Liverani auf der Internetseite der Generali Deutschland. „Es motiviert die Menschen, gesünder zu leben. Und sie leben nun einmal besser, wenn sie weniger Fett essen, Sport machen und nicht rauchen. Dann sinken auch die allgemeinen Gesundheitskosten.“

Bei der PKV stößt das neue Produkt der Generali-Deutschland auf wenig Gegenliebe. In den Vorjahren hatte die Generali-Tochter Central bereits mit ihren Billigtarifen die Einigkeit im Verband vor eine große Belastungsprobe gestellt. Vitality “wäre mit den rechtlichen Vorgaben für die nach Art der Lebensversicherung kalkulierte Private Krankenvollversicherung nicht vereinbar“, stellt Tim Genett klar (siehe DOSSIER).

Größte Sorge des PKV-Verbandes ist es, dass im Bundestagswahlkampf 2017 das duale Gesundheitssystem wieder in Frage gestellt wird. Die Diskussion über eine “Gesundheitsdikaktur” und den gläsernen Menschen ist den Privatversicherern schon allein deshalb nicht recht. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Privatversicherer mit seinen Äußerungen zur neuen Gebührenordnung für Ärzte alarmiert. Die SPD blockiert das über mehere Jahre ausgehandelte neue Tarifwerk für die Ärzte, rein aus politischem Kalkül (siehe KÖPFE).

Dabei schien die neue GOÄ zu Jahresbeginn noch in trockenen Tüchern zu sein. Dass man lange Zeit hinter verschlossenen Türen verhandelt hat, rächt sich nun. Die neue GOÄ würde den Privatversicherern Kalkulationssicherheit geben. Wie wichtig das ist, zeigen die Beitragssteigerungen einzelner Unternehmen zu Jahresbeginn. Der Wettbewerb im Gesundheitssektor wird zu einem Effizienzwettbewerb. Das Anwerben von vitalen Vitality-Kunden macht das nur noch schlimmer. (ba)

Bild: Aprilbell / sxc

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Brexit wäre “ein Rückschlag zuviel”
Die Swiss Re hat eine “Reihe von Szenarien für mögliche Ergebnisse des Referendums in Großbritannien berücksichtigt”, erklärt Chefökonom Kurt Karl zum heutigen Brexit-Referendum. Für Michael Menhart von der Munich Re indes wäre ein Brexit “vielleicht ein Rückschlag zuviel” für die EU. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigte für ein Brexit-Votum an: “Out is out.”

“Riester-Policen sind deutlich besser als ihr Ruf”
“Termine im Überfluss”, versprach Denis Krebs den Versicherungsvermittlern auf der KVK-Messe. Das lockte über 100 Vermittler in den Vortrag. Und sie wurden nicht enttäuscht. So stellt der Geschäftsführer von Verbraucherhilfe24.de im Detail dar, wie Lebensversicherungen, die zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen wurden, mit hohem Ertrag rückabgewickelt werden können.

Weniger Insolvenzen in Deutschland
Die Insolvenzen in Deutschland sind im vergangenen Jahr um vier Prozent zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt ein neues Panorama des Kreditversicherers Coface. Auch in den Niederlanden (minus 20,7 Prozent), Schweden (minus elf Prozent) und Dänemark (minus 0,5 Prozent) ging die Zahl der Unternehmenspleiten zurück.

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