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GDV mischt den Maklermarkt auf

27.07.2016 – BaltzerVon Christoph Baltzer. Am 7. Oktober 2016 startet das Projekt Maklerkommunikation des GDV. Der Versicherungsverband tritt damit in Konkurrenz zum VDG. Die technische Kommunikation zwischen Vermittlern und Versicherern gehört zu den entscheidensten Zukunftsfragen der Branche. Hier will der GDV die Lufthoheit wieder zurückgewinnen.

Mit Unterstützung der großen Versicherungskonzerne Allianz, Axa, Generali und HDI startet der GDV am 7. Oktober das „Projekt Maklerkommunikation 4.0“. In der Testgruppe sind auch die Gothaer und der Volkswohlbund dabei. Im Prinzip ist das System jetzt schon fertig. Wenn es im Herbst scharf geschaltet wird, können Makler sich über die Trusted German Insurance Cloud (TGIC) auch bei der Alten Leipziger, der Barmenia, der Nürnberger, der R+V, der SV, der Stuttgarter, der VHV und bei der W&W einloggen (siehe VERTRIEB).

Single Sign On: Das Kirmesplatzmodell, bei dem jeder Makler sich bei jedem seiner Versicherer einzeln einloggen musste, scheint langsam seinem Ende entgegenzugehen. Über die Easy Login GmbH in Bayreuth erreichen Makler bereits 24 Versicherer. Man nennt das Freizeitparkmodell: Die Authentifizierung erfolgt über die Versicherungswirtschaftlichen Datendienst GmbH (VDG) in Dortmund. 10.000 Versicherungsvermittler nutzen das Portal, sagen die Dortmunder.

Mit seinen guten Beziehungen zu den Versicherern hat die MKK 4.0 das Zeug, zu einer Marktmacht zu werden. Assfinet (AMS) und Lutronik (Vias) sind in der Testgruppe, aber auch IWM und Blau Direkt machen bei der GDV-Cloud mit. Makler sehen den GDV-Vorstoß mit gemischten Gefühlen. Im April warnte Vema-Vorstand Andreas Brunner davor, dass man jetzt wieder “mit der Postkutsche” unterwegs sein wird. Die Versicherer-EDV sei einfach zu verstaubt. Am Ende geht es um die Machtfrage. Im Zeitalter der Fintechs und Insurtechs sitzt derjenige am Schalthebel, der die Normen kontrolliert. Versicherer oder Makler? Wer sich am Ende durchsetzt, entscheidet der Markt. (ba)

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Pensionsverpflichtungen steigen durch Niedrigzins
Die niedrigen Zinsen treiben derzeit die Pensionsverpflichtungen der Unternehmen in die Höhe. Nach Modellberechnungen von Willis Towers Watson stiegen die Pensionsverpflichtungen der Dax-Konzerne im zweiten Quartal 2016 um 7,0 Prozent auf 428,8 Mrd. Euro. Auch die Pensionsverpflichtungen der MDax-Unternehmen stiegen demnach um 6,9 Prozent auf 67,1 Mrd. Euro.

Neuer Rechtsschutz für Ärzte
Die Roland Rechtschutz hat einen individuellen Rechtsschutz für Ärzte lanciert. Demnach besteht der Basisschutz für niedergelassene Ärzte laut Versicherer aus den Einzel-Bausteinen Firmen- und Verkehrs-Rechtsschutz. Zudem könne die Grundabsicherung um den Zielgruppen-Baustein Rechtsschutz für niedergelassene Ärzte und Heilberufe erweitert werden.

Hohe Kollateralschäden durch höheres Rentenniveau
Die “Diskussion über die Stabilisierung oder gar Erhöhung des Rentenniveaus” erachtet Hubertus Porschen, Bundesvorsitzender der Jungen Unternehmer für grundsätzlich falsch. “Die Kollateralschäden einer solchen Operation sind viel zu hoch”, betont der Experte gegenüber finanzen.de. So würde dies den Faktor “Arbeit” verteuern sowie “eine zusätzliche Bürde für die junge und die nächste Generation sein”.

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