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GDV drängt auf erleichterte Investitionen im Energie- und Infrastrukturbereich

16.01.2014 – WindenergieDie neue Bundesregierung startet mit einem ehrgeizigen Programm zum Umbau der Energielandschaft (“Energiewende”) sowie zur Sanierung und Erneuerung vor allem der Verkehrsinfrastruktur. Ohne Einbindung privater Investitionen, und zwar in großem Maßstab, ist dies nicht realisierbar. Die Versicherungswirtschaft als eine der größten institutionellen Investoren ist hier gefordert, weil auch politisch erwartet.  Zugleich aber wird sie gebremst.

Mit der Umsetzung und Einführung von Solvency II unterliegt im Zuge neuer aufsichtsrechtlicher Rahmenbedingungen für die Versicherungswirtschaft die Beteiligung an nachhaltigen Energie- und Infrastrukturprojekten einer unverhältnismäßig hohen Kapitalunterlegung, die quasi Aussperrungswirkungen hat.

So sollen Investitionen in Infrastruktur und Erneuerbare Energien unter „sonstige Aktienrisiken“ erfasst und zur Quote für nicht notierte Beteiligungen hinzugerechnet werden, unter die auch Investitionen in Hedgefonds oder Private Equity erfasst werden, obwohl diese deutlich höhere finanzielle Risiken aufweisen. Im Ergebnis müssten nach dem Standardansatz in Solvency II weitgehend risikolose Investitionen in Erneuerbare Energien und Infrastruktur mit bis zu 59 Prozent Eigenmittel unterlegt werden. Eine de facto-Blockade.

Der GDV, der dieses Investitions- und Anlagehemmnis schon lange traktiert, bündelt seine Vorstöße nunmehr in den Vorschlag, innerhalb des Marktrisikomoduls ein spezielles Subrisikomodul für nicht-börsennotierte Eigenkapital-Investments in Infrastruktur und Erneuerbare Energien einzuführen, welches die technisch-physikalischen Risiken abbildet, denen die erwarteten Rückflüsse ausgesetzt sind. Angesichts der Spannbreite potenzieller Anlageobjekte sollte in diesem neuen Modul ein konservativer Risikofaktor von 20 Prozent auf den ökonomischen Wert des Investments angewendet werden. Investments mit einem höheren oder unkalkulierbaren Risiko werden durch einen Kriterienkatalog ausgeschlossen. Da eine solche Regelung keineswegs nur dem Standort Deutschland zu gute kommen würde – auch Frankreich will infrastrukturell mobil machen – bestehen nach Einschätzung europäischer Insider begründete Aussichten mit dieser ausgewogenen Regelung voranzukommen. (hkm)

Das “Executive Summary” des eingebrachten Konzepts siehe DOSSIER

Foto: Offshore Anlagen sollen gefördert werden, fragt sich, zu welchen Konditionen. (Quelle: Alstom)

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