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Für Vermittler geht es ums nackte Überleben

07.10.2016 – Loewe Raubtier by_Uli Stoll Outdoor-Fotografie _ info@parknplay.de_pixelio.240.000 Vermittler sind in der digitalen Welt 100.000 zuviel, darüber waren sich fast alle Teilnehmer auf dem 11. Nordbayerischen Versicherungstag einig. Im Interview mit VWheuteTV erklären die Heads der Versicherer, wie der maximale Kundenfokus gelingt, ohne dabei die eigenen Mitarbeiter in den Ruhestand zu schicken und das Versicherungssolidarprinzip aufzugeben.

Wer den digitalen Sturm überlebt, bekommt dafür ein größeres Stück vom dann kleineren Kuchen, ist Prof. Fred Wagner von der Universität Leipzig überzeugt. Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK), befürchtet dagegen, dass rein technikgestützte Verhaltenstarife zu einer Erosion des Versicherungssolidarprinzips führen (siehe MÄRKTE). Und Nürnberger-Chef Armin Zitzmann will von Google nicht gefressen werden und meidet die Kooperation mit den Giganten (KÖPFE). Zum papierlosen Büro schafft es der Versicherer auch alleine: “In zehn Jahren fassen wir keinen Vertrag mehr an!”

In der Praxis müssen Vermittler indes zweigleisig fahren. Alexandra Kallmeier Geschäftsführerin, Morgenroth Versicherungsmakler, erklärt: “Die Kundenwünsche gehen extrem auseinander: Während der eine heute schon jede Anfrage per Mail vom Smartphone beantwortet oder Fotos direkt verschickt, gibt es genügend Kunden, denen das alles doch eher suspekt ist, und Fragebögen nach wie vor am liebsten per Post oder in dringenden Fällen per Fax verschickt werden.” (siehe DOSSIER)

Da haben es Insurtechs leichter, sie setzten nur auf eine Zielgruppe – auf Digital Natives und situative Versicherungslösungen. Dabei wird vergessen, wer eigentlich dahinter steckt. Im Falle der Pokémon-Police ein über 100 Jahre alter Versicherer namens Barmenia. Den Wuppertalern gelang damit eine digitale Machtdemonstration. Der Tarif sei innerhalb weniger Tage entstanden, sagt Unternehmenschef Andreas Eurich im Interview (siehe KÖPFE). “Wir sehen uns hier klar in einer Vorreiterrolle und betreten Neuland. Da mag es nicht verwundern, dass es einige Wettbewerber gibt, die dies belächeln. Aber Fakt ist, dass unsere IT für eine derartige Umsetzung zur Verfügung steht.” (dg)

Bildquelle: Uli Stoll Outdoor-Fotografie / info@parknplay.de / pixelio.de

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

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Axa bietet den Online-Doktor
Die Axa Krankenversicherung offeriert Patienten und ihren Hausärzten ab sofort erstmals die Möglichkeit, online per Video Sprechstunden durchzuführen. Die Kooperationspartner sind Pro Versorgung Care, eine Initiative des Deutschen Hausärzteverbandes und die Patientus GmbH, Anbieter einer technischen Plattform zur Umsetzung von Online-Video-Sprechstunden..

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