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EU-Binnenmarkt für Versicherungen tritt auf der Stelle

27.05.2015 – FriedrichVon VWheute-Korrespondent Thomas Friedrich. Obwohl der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg bereits Mitte der 80er-Jahren in einer Grundsatzentscheidung proklamierte, dass die Dienstleistungsfreiheit in der Europäischen Union (EU) auch auf Versicherungen unmittelbar Anwendung finde, stellt sich der EU-Binnenmarkt für Versicherungen auch 30 Jahre nach dem höchstrichterlichen Spruch wie ein Flickenteppich dar.

Mit der 7. Internationalen Konferenz des europäischen Branchenverbandes Insurance Europe am Mittwoch 27. Mai unter dem Titel “Die Globalisierung der Versicherungsindustrie”, widmen sich die europäischen Versicherer unweit des EuGH-Gebäudes auf dem Luxemburger Kirchberg im Kongresszentrum Grundsatzfragen der europäischen Gesetzgebung und den Perspektiven der europäischen Assekuranz (siehe POLITICS).

Über 50 Prozent des Prämienvolumens in der EU28 entfallen auf Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Das Beitragsvolumen der europäischen Versicherer im deutschen Markt stieg von 2000 bis 2007 vor der Finanzkrise von 2,1 auf 8,8 Mrd. Euro erheblich an. Das grenzüberschreitende Versicherungsgeschäft spielt trotz dem Binnenmarkt auf dem Papier in den meisten EU-Mitgliedstaaten eine untergeordnete Rolle. Als Haupthindernis gilt die fehlende Harmonisierung des Versicherungsvertragsrechtes.

Die Stiftung Warentest fand in einer Umfrage Anfang 2015 heraus, dass unter 567 befragten Versicherern in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Österreich nur 144 Unternehmen eine Unfall,- Haftpflicht- oder Gebäudepolice online anbieten. Unter diesen ist ein grenzüberschreitender Vertrag lediglich bei 14 Unternehmen möglich. Für viele EU-Bürger stößt der Binnenmarkt als Versicherungskunde – ob bei Autoversicherungen oder Hypothekenversicherungen – an enge Grenzen.

Insurance Europe blickt mit seiner hochrangig besetzten Konferenz in Luxemburg mit Experten aus Versicherungsunternehmen, der EU-Kommission, der Wissenschaft sowie dem Präsidenten Gabriel Bernardino der europäischen Aufsicht, European Insurance & Occupational Pensions Authority (EIOPA), auch über den europäischen Tellerrand hinaus.

Dirk Kempthorne steuert als Vorsitzender der Global Federation of Insurance Associations und Präsident des American Council of Life Insurers (ACLI) die transatlantische Perspektive bei. Die Global Player unter den europäischen Versicherungsunternehmen setzen große Hoffnungen in die laufenden Verhandlungen über ein Transatlantic Trade and Investment Partnership Agreement (TTIP), um ihr Geschäftsfeld jenseits des Atlantiks erfolgreich ausbauen zu können.

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