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Erdbebengebiet mit Versicherungspotenzial

25.08.2016 – Erdbeben_Helga Doerk_pixelio.dePompeji, Messina, L’Aquila, San Giuliano – nun das Beben von Accumoli. Die Liste der Erdbeben in Italien ist durchaus lang. Mindestens drei Dutzend Menschen sind nach bisherigen Behördenangaben ums Leben gekommen, Tendenz steigend. Mehrere Tausend Menschen sind zudem obdachlos – mit entsprechenden Folgen auch für die Versicherer. So reagierten die Aktien der Munich Re, der Allianz und der Hannover Rück bereits mit Abschlägen.

Dabei ist die Gefahr von Erdbeben auf dem italienischen Stiefel höher als in jedem anderen Land des europäischen Kontinents. Allein das letzte Erdbeben in der Emilia-Romagna gilt mit einer Stärke von 6,0 auf der Richter-Skala als bislang schwerstes Beben in der Region, obwohl diese noch nicht einmal zu den tektonisch besonders stark gefährdeten Gebieten Italiens gehört. Zum Vergleich: das jüngste Erdbeben nahe der italienischen Hauptstadt hatte nach Angaben des US-Erdbebeninstitutes USGS eine Stärke von 6,2 (siehe DOSSIER).

Und dennoch: trotz des Umstandes, dass Italien zu den Staaten mit einem erhöhten Erdbebenrisiko gehört, war das Land am Mittelmeer lange Zeit eines der wenigen Industrieländer ohne ein staatliches bzw. kombiniertes staatlich-privates Versicherungsprogramm, konstatierte bereits Massimo Reina, Präsident von Guy Carpenter von Italien in der Ausgabe 1/2014 der Munich Re Topics.

Dabei scheint nach Ansicht des Rückversicherers Munich Re gerade der Kunstversicherungsmarkt in Italien ein großes Potenzial aufzuweisen, so das Unternehmen in seiner Broschüre Munich Re Topics 1/2014. Schließlich gilt die Italienische Republik mit derzeit 51 Einträgen – davon 47 Kulturerbe- und vier Naturerbestätten – als das Land mit den meisten Welterbestätten. Bereits vor einigen Jahren unternahm das italienische Kulturministerium den Versuch, das kulturelle Erbe des Landes zu inventarisieren.

Das Ergebnis: 57.000 Kulturgüter, davon 52.000 architektonische und etwa 5.000 archäologische. Allein über 150.000 historische Bauten befinden sich zudem in Gebieten mit historischem Erdbebenrisiko. Mit durchaus verheerenden Schäden, wie das Beben von L’Aquila 2009 zeigt: Allein 11.000 Gebäude wurden damals beschädigt. Von den etwa 1.210 Architekturschätzen waren laut Munich Re 713 nicht mehr oder nur teilweise zugänglich. Der versicherte Schaden betrug damals laut Swiss Re etwa 502 Mio. US-Dollar. Erste Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass das die jüngsten Schäden des Bebens von Accumoli wohl geringer ausfallen werden.

Insgesamt liegen die Katastrophenschäden nach Angaben des Schweizer Rückversicherers in diesem Jahr jedenfalls noch auf dem Niveau des zehnjärigen Durchschnitts, auch wenn die durch Naturkatastrophen und durch Menschen verursachte Großschäden die Versicherer im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 31 Mrd. US-Dollar kosteten, so die Bilanz der Swiss Re. Zu einer ähnlichen Halbjahresbilanz kam übrigens auch die Munich Re: Insgesamt betrugen die Schäden durch Naturkatastrophen bis Ende Juni 70 Mrd. US Dollar, davon waren 27 Mrd. US-Dollar versichert. (td)

Bildquelle: Helga Dörk / pixelio.de

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