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Enttäuschung über “Super-Mario”

04.12.2015 – Geldbaum - by_I-vista_pixelio.deMit Spannung und beinahe schon vorweihnachtlichen Hochgefühlen blickten die Finanzexperten gestern nach Frankfurt am Main. In den sozialen Netzwerken erinnerte dies fast schon an einen Kindergeburtstag: “Heute ist EZB-Tag”, lautete gar eine Twitter-Meldung in Erwartung eines großen Geschenks. Am Ende herrschte hingegen Enttäuschung pur über den weiteren Kurs von EZB-Präsident Mario Draghi – mit schwerem börslichen Nachbeben.

So hatte die Mehrheit der Beobachter eine Ausweitung des Anleihekaufprogramms vorausgesagt, um gegen aus EZB-Sicht zu niedrige Inflation im Euroraum anzugehen. Dabei hatte manch Börsenhändler mit einer Aufstockung der monatlichen Ankäufe um mindestens zehn Mrd. Euro gerechnet – eine Hoffnung, die sich allerdings nicht erfüllt hat. Und nicht nur das: Die europäischen Notenbanker hätten mit ihrer eigenen Kommunikationspolitik nicht nur die in sie gesteckten Erwartungen enttäuscht. Sie haben “ihrer Glaubwürdigkeit keinen Gefallen getan”, kritisierte gar Ralf Umlauf, Experte der Helaba, gegenüber der ARD-Börse.

“Die Euphorie war groß, das Enttäuschungspotenzial war daher auch groß”, wird Börsenexpertin Sabrina Marggraf beim Nachrichtensender n-tv zitiert. Nicht nur, dass der EZB auf eine Erhöhung der monatlichen Anleihekäufe verzichtete. “Die Senkung des Einlagezinses um zehn Basispunkte ist eine klare Enttäuschung”, meint Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Erwartet wurde eine Senkung von 15 oder gar 20 Basispunkten. Die Reaktionen fallen daher entsprechend heftig aus (siehe POLITICS).

Die kritischen Stimmen gegenüber dem geldpolitischen Kurs des EZB-Präsidenten als politischem Akteur, der Banken rettet und Staaten finanziert, werden somit lauter – und damit auch am Irrglauben an die Allmacht der Notenbanker. Die Folgen werden Sparer wie Versicherer auch in Zukunft in Form weiterhin niedriger Zinsen spüren. Nur Draghi will sich durch das Börsenbeben nicht aus der Ruhe bringen lassen: “Die Märkte brauchen einfach Zeit, um die Tragweite unserer Entscheidung zu verstehen”, lautet seine lapidare Antwort. (td)

Bildquelle: I-vista / pixelio.de

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