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Energiewirtschaft: Droht der Wendegau?

17.07.2013 – windradDass die sogenannte Energiewende zu wenig koordiniert und planvoll vorangeht, kritisieren gerade Unternehmen und Verbände der Wirtschaft schon lange. Jetzt drohen den verknoteten Verhältnissen zwischen Überförderung, föderalem Hickhack und Strompreissteigerungen der größte anzunehmende energiewirtschaftliche Unfall: Versorgungsengpässe. Nicht zuletzt müssen solche Perspektiven den Nerv der Versicherer treffen.

Stromkonzerne wie Eon und RWE, aber auch kommunale Stadtwerke haben angekündigt, unter Umständen Kraftwerke stillzulegen. Die Betreiber leiden darunter, dass ihre Gas- und Kohlekraftwerke wegen des anhaltenden Booms beim Ökostrom, dessen Durchleitung gesetzlichen Vorrang hat, immer seltener am Netz sind. Herbe Kritik auch vom Bundesverband der Deutschen Industrie. BDI-Präsident Ulrich Grillo warnt nachdrücklich vor einer Abwanderung von Industriebetrieben aus Deutschland wegen zu hoher Strompreise. Die immer weiter greifende Befreiung von Betrieben von der EEG-Umlage sei nur ein unzureichendes Pflaster. “Wenn unsere Energiepreise dauerhaft viel höher liegen als bei unseren Wettbewerbern, kriegt Deutschland ein riesiges Problem.” Allein die energieintensive Industrie beschäftigt 900.000 Menschen. Die Versicherungswirtschaft, die als Investor und Risikoträger für die Industrie eine Schlüsselbranche ist, muss diese Einschätzung samt den damit verbundenen Folgen beunruhigen. Erst kürzlich warnten die Vorstandschefs von Siemens und Eon, Peter Löscher und Johannes Teyssen vor den hohen Kosten des Ausbaus der erneuerbaren Energien und den daraus resultierenden Belastungen für gewerbliche und private Haushalte. Sie sorgen sich um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und um die Stabilität der Stromnetze. Weitgehend ungelöst für die Versicherungswirtschaft ist die Frage, wie sich Deckungen für Windkraftanlagen auf der Nordsee realisieren lassen. Die deutschen Erstversicherer sind bei diesem Geschäft noch zurückhaltend. Die Policenangebote rund um die „Energiewende daheim“, z.B. für Solardächer, Wärmepumpen und andere Installationen, sind bislang eher Randprogramme geblieben. (Siehe DOSSIER)

Foto: Archiv/vvw

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