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Eine schlechte Nachricht, aber leider keine Überraschung

16.07.2013 – renteErstmals seit der Einführung der Riester-Rente im Jahr 2001 sinkt der Bestand an abgeschlossenen Verträgen. Nach einer neuen Veröffentlichung des Bundessozialministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) reduzierte sich der Bestand um rund 27.000 auf 15.652 Millionen Verträge.

Differenzierte Zahlen, einheitliche Tendenz

Teilweise hat der Rückgang buchungstechnische Gründe: Unter anderem, weil einige Sparer mit Riester-Fondssparplänen in die Rentenphase wechselten, sank der Bestand um 36.000 Verträge, wie das BMAS unter Bezug auf den Deutsche Fondsverband (BVI) mitteilt. Ein Sprecher des Riester-Branchenprimus Union Investment lässt verlauten, dass diese Verträge im nächsten Quartal wieder mitgezählt werden.
Zur statistischen Differenzierung gehört auch die Angabe über den Rückgang der Riester-Rentenversicherungen. Hier sank der Bestand stark um 31.000 Verträge.
Die Zahl der Wohn-Riesterverträge stieg mit einem Plus von 26.000 am stärksten. An Ab-schlüssen für Riester-Banksparpläne gab es 14.000 im ersten Quartal 2013. Spitzenreiter im Bestand sind die deutschen Versicherer mit rund 11 Millionen Riesterverträgen, die Gesamtzahl der Abschlüsse liegt bei mehr als 15 Millionen.
Am deutlichsten fällt der Rückgang bei den registrierten Investmentfondsverträgen aus: Die Zahl der Riester-Fondspolicen sank um 36.000 auf 2,95 Millionen. Bei den Versiche-rungen beträgt das Minus 31.000, Banksparverträge und die Eigenheimrente (“Wohn-Riester”) verzeichneten dagegen einen leichten Zuwachs.
Den Anteil von ruhend gestellten Verträgen schätzt das Bundessozialministerium auf 19,5 Prozent. So werden Verträge bezeichnet, für die derzeit keine Beitragszahlungen erfolgen. Solche Pausen müssen nicht bedeuten, dass keine Altersvorsorge betrieben wird. Vielmehr dürfte sich unter Sparern mit Riester-Rentenversicherungen herumgesprochen haben, dass es oft günstiger ist, einen Vertrag beitragsfrei zu stellen, als ihn zu kündigen.

Dies wirft wiederum ein Schlaglicht auf die Tatsache, dass das „Riestern“ durch zum Teil fragwürdige Hochrechnungen geradezu systematisch ins Medienabseits geriet. Kritisiert wurde weniger die ordnungs- und gesellschaftliche Schieflage, dass staatliche Transfer-einkommen den Unterschied zwischen Vorsorge leistenden Bürgern und Nichtsparern verwischen. Zudem verschärfte der Staat noch die Fehlanreize damit, dass das angesparte private Vorsorgekapital bei anderen staatlichen Leistungen in Rechnung gestellt, also abgezogen wird. In diesen Fällen geht die Rechnung unter Rendite-Gesichtspunkten naturgemäß überhaupt nicht mehr auf. Reaktionen der Politik siehe Dossier.

Foto: Archiv/Ergo

Links: Ende des Riester-Booms, Weniger Riester-Renten

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