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Eine Branche im (Image-)Wandel

02.02.2016 – daniel_tobias_1979Von VWheute-Redakteur Tobias Daniel. Ob Digitalisierung, ein sich änderndes Kundenverhalten, Niedrigzins oder neue regulatorische Vorgaben – die Branche befindet sich bekanntlich in einem tiefgreifenden Wandel. Ein kaum beachteter Randaspekt scheint hingegen das Image der Branche in der öffentlichkeitswirksamen Wahrnehmung zu sein. Anlass genug, beim VGA-Neujahrsempfang in Frankfurt mit einigen “Wahrnehmungsstörungen” aufzuräumen.

“Viele Versicherer sind Betrüger”, zitierte Wolfram Wrabetz, Beauftragter der Hessischen Landesregierung für den Versicherungsbereich und stellvertretender Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, den scheidenden Eiopa-Versicherungsaufseher Carlos Montalvo Rebuelta. Denn wenn diese sich nicht ändern, “werden sie (die Versicherer) große Probleme haben”, zitierte er Montalvo weiter mit der Bermerkung: “Ich fürchte, die haben wir bereits.”

Die eigentlichen Problemfelder scheinen für den IHK-Vertreter allerdings nur bedingt vor der eigenen Haustür zu liegen. Vielmehr liegen die eigentlichen Schwierigkeiten der Branche in den derzeitigen Entwicklungen bedingt durch den Klimawandel, die Digitalisierung, den technischen Fortschritt und in einem sich verändernden Kundenverhalten. “Ganz abgesehen davon, dass wir in der Öffentlichkeit für fast alles mitverantwortlich gemacht werden, was in dieser Republik so schief läuft”, konstatiert Wrabetz.

Dass dieses Imageproblem nicht nur die Versicherungsbranche im Allgemeinen, sondern auch die PKV im Speziellen betrifft, räumte PKV-Präsident Uwe Laue in seinem Festvortrag ein. Ob Wechselperspektiven, Billig- und Einsteigertarife, GDV-Verhaltenskodex und Vermittlerqualität, sowie eine “Rosinenpickerei” – der Verbandsboss nutzte die Gelegenheit, zumindest einige der bestehenden Imageprobleme und öffentlich-medialen “Wahrnehmungsstörungen” zu korrigieren (siehe POLITICS).

Dabei hielt sich Laue – bewusst oder unbewusst – an das Motto seines Vorredners Hans-Ulrich Buß, dem Präsidenten des Bundesverbandes der Assekuranzführungskräfte (VGA): “Halte dich lieber an die Diagnose und nicht an die Prognose.” Dennoch konnte der VGA-Chef mit Blick auf die Flüchtlingsthematik nicht so ganz auf die Rolle des mahnenden Propheten verzichten: “Politische Themen werden uns auch in diesem Jahr beschäftigen.” Garniert wurde die Prophezeiung des VGA-Chefs mit den Folgen des VW-Skandals und dem zum Albtraum verkommenen Sommermärchen von 2006 mit den warnenden Worten: “Dies solle auch uns Mahnung und Warnung zugleich sein.” (td)

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