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Draghi spielt Markt

10.06.2016 – BaltzerVon VWheute-Redakteur Christoph Baltzer.

Mit zum Teil harscher Kritik reagiert man in Deutschland auf die Käufe von Unternehmensanleihen durch die EZB. Händler verbreiten Nachrichten darüber, welche Unternehmen profitieren. Die Aktienkurse gaben im Markt trotzdem nach, außer bei Unternehmen, die sich im Programm befinden.

Wer nach Hinweisen sucht, in welche Unternehmen es sich lohnt zu investieren, mag sich jetzt bei der EZB in Frankfurt umhören. So viel steht schon fest: Banktitel fallen nicht unter das Programm und auch keine Gesellschaften mit zweifelhafter Bonität. Versicherer hat die EZB explizit nicht ausgenommen, Voraussetzung: Ihr Sitz befindet sich in der EU (siehe POLITICS).

Deutsche-Bank-Volkswirt David Folkerts-Landau geißelte das Programm als “Akt der Verzweiflung”. Bereits im März merkten Experten von Amundi an, dass das Quantitative Easing an seine Grenzen stößt. “Die Kollateralschäden werden immer größer”, warnten sie. Die Anleihekäufe der amerikanischen Fed beliefen sich im vergangenen Jahr auf etwa die Hälfte der Neuplatzierungen. Die EZB hat Anleihen im Wert von 434 Mrd. Euro gekauft, das war fast drei Mal mehr als begeben wurde.

In der EZB fürchtet man sich vor der Deflation mit ihrer verheerenden Auswirkung auf die Wirtschaft. Seit der Finanzkrise 2008 ist sie vier Mal unter die Null-Prozent-Marke gefallen, davon drei Mal im vergangenen Jahr. Je größer die Munition aus Draghis Riesenbazooka, umso geringer die Wirkung. So sieht Verzweiflung aus. Was nützen einem Unternehmer Millionen, wenn ihm die Ideen und Möglichkeiten fehlen, damit Geld zu verdienen? Die EZB spielt Markt und wird so zum größten Gläubiger der alten Welt. Warum zählt man die EZB eigentlich nicht zu den systemrelevanten Institutionen? (ba)

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