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Diese Woche: Die Konzernraison der Allianz

06.10.2014 – mertes_brille_08_2014_150Von VWheute-Chefredakteur Heinz Klaus Mertes.

Diese Woche werden die Analysten und Wirtschaftsastrologen eine Menge zu tun haben, um den jetzt beschlossenen Führungswechsel an der Konzernspitze des Global Players aus Deutschland mit ihren Kommentaren, Interpretationen und Vorhersagen in Scheibchen zu zerlegen.

Schon das lange geplante Timing, die Aufsichtsratssitzung für die personale Weichenstellung vor dem Feiertags- und Wochenendloch um den 3. Oktober anzusetzen, verriet strategische Raison. So konnte sich erst einmal setzen, was denn doch entgegen nicht wenigen angeblichen Insider-Vorhersagen eine Überraschung wurde.

Die Frankfurter am Sonntag brachte gestern gerade eine Notiz von sieben Zeilen zusammen. Und das Handelsblatt, das gerne laut trompetet, musste nach der Vorausmeldung, dass der bisherige Vorstandsvorsitzende verlängere, schnell online die Kurve kriegen (siehe DOSSIER).

Was also wird sich tun, in der Ära nach Diekmann? „Aufräumarbeiten“ kämen auf den zehn Jahre jüngeren Nachfolger Oliver Bäte zu, heißt es hier und da unter Bezug auf die Baustellen Pimco und Fireman’s Fund, was eine etwas schräge Betrachtungsweise ist. Denn aufzuräumen gibt es in jedem weltweiten Finanzkonzern immer etwas (siehe SCHLAGZEILEN). Die große Managerleistung Diekmanns über elf Jahre kann das nicht schmälern.

Mit der Berufung eines McKinsey-Mannes, der nicht aus dem gewachsenen Allianz-Fleische ist, wird ein weiterer Trend in Richtung zu technokratischen Unternehmensführern verstärkt, der auch in der Versicherungswirtschaft Einzug gehalten hat. Rückblickend muss man sagen, dass das personelles Glacis des Neuen schon seit einem Jahr mit einer Reihe personeller Rochaden auf den Führungsebenen aufgebaut wurde.

Leadership indes, die in unsicheren Zeiten innen und außen Kurssicherheit strategisch und an der Börse gibt, muss Diekmanns Nachfolger noch zuwachsen. Die Unternehmenskultur – oder besser Konzernraison – der Allianz bestätigt sich wieder einmal in einer Art magischem Dreieck: Schier gnadenlose Professionalität, identifizierende Kontinuität und keineswegs zuletzt Wagemut. Diekmann konnte das. Bäte wird die Zeit dafür gegeben werden (müssen).

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