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Diese Woche: Die Luft wird eisiger

07.12.2015 – frost_pixelioVon VWheute-Redakteur Tobias Daniel. Wie nie zuvor bestrafen die Märkte und Analysten enttäuschte Erwartungen so rigoros wie derzeit. Das gilt für die Geschäftsentwicklung von Unternehmen ebenso wie jetzt für die Entscheidung der EZB vom vergangenen Donnerstag. Ähnlich verdünnt und vereist sich das politische Klima – die Wohlgefühl-Konjunktur scheint kurz vor den Feiertagen und dem Jahresultimo over.

Die EZB-Entscheidung fand schon über das Wochenende Widerhall in alarmierenden Medienbotschaften hinsichtlich Sparen und Vorsorgen. Über diese sozialpolitischen Folgen bei gleichzeitiger Nichtwirkung der Flutung für die Investitionsbelebung werden sich zu Beginn dieser Woche die EU-Finanzminister in Brüssel bei persönlicher Anwesenheit des ebenso umstrittenen wie unbeirrten EZB-Präsident Mario Draghi auseinandersetzen müssen. (siehe POLITICS).

Die Malaise verlustbringenden Sparens trifft die Versicherer und ihre Kunden auf jeden Fall weiter massiv. Die niedrigen Zinsen zwingen die Branche verstärkt nach alternativen Investitionsmöglichkeiten. Gerade Private-Equity-Fonds gewinnen “weiter an Bedeutung für die Kapitalanlagen von Versicherungen”, sagt Philipp Patschkowski, Investment Principal bei Coller Capital, gegenüber VWheute (siehe DOSSIER).

Dabei haben staatliche Investitionsprogramme auch weiterhin Hochkonjunktur – vor allem in der propagierenden Ankündigung. Allein, es mangelt an attraktiven Investitionsprojekten. “Die Pipeline privater Projekte ist tatsächlich leer”, bestätigt IW-Direktor Michael Hüther die kürzliche Kritik von GDV-Präsident Alexander Erdland (siehe KÖPFE).

So richtet sich der Blick eher skeptisch auf die kalmierenden Perspektiven der Bundesbank für 2016 (siehe MÄRKTE). Hans-Werner Sinn wird mit der Konjunkturprognose seines Ifo-Instituts am kommenden Mittwoch manches gerade rücken. Als Stimmungsaufheiterer ist der streitbare Konjunkturforscher, der übrigens biografische Wegkreuzungen mit der Versicherungswirtschaft hat, ja nicht gerade bekannt.

Außerdem ist es Sinns letzte Konjunkturpräsentation im Präsidentenamt, bevor er an seinen Nachfolger Clemens Fuest übergibt. Das könnte seine Rede noch freier, wenn nicht testamentarischer machen und dem Infoklima der Woche Akzente verleihen, die nicht nach Kerzenduft riechen. (td)

Bildquelle: Franziska Abeßer / pixelio.de

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