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Diese Woche: Wahlkampfthema Altersvorsorge

11.04.2016 – Armut_FotoliaHorst Seehofer (CSU) poltert gegen Riester, Die Welt am Sonntag ruft den Sparnotstand aus – die Altersvorsorge wird in Position gebracht als Wahlkampfthema für den Bund 2017. Und dennoch: Rund zwei Billionen Euro liegen nahezu unverzinst herum.

Wie Sparen vom Traum zum Trauma wird, rechnet die Welt am Sonntag vor: Jeder Bundesbürger hat die Niedrigzinspolitik bis Ende des Jahres mit 2.450 Euro bezahlt, insgesamt hätte EZB-Chef Mario Draghi und Mitstreiter das Volk so saldiert um 200 Mrd. Euro erleichtert – ein immenser Wohlstandsverlust.

Weiteres Ungemach droht: In der kommenden Woche geht ein Gesetz zur Investmentbesteuerung in die erste Lesung: die trifft im Kern mit der Besteuerung die Publikumsfonds, in die vor allem Anlagebeträge von Altersvorsorgesparern und Kleinsparern fließen.

In die politischen Mühlen gerät aktuell die Riester-Rente. Es scheint geradezu konzertiert, dass Horst Seehofer pünktlich zum Koalitionsgipfel die Reform als gescheitert brandmarkt (siehe POLITICS). Man darf gespannt sein, welches Paket die Politik am Ende aus Deutschlandrente, Lebensleistungsrente, bAV-Reform und Riester schnürt.

Auch die Versicherer warnen vor der Altersarmut. “Wir alle müssen Altersvorsorge neu denken”, hat unlängst GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg von Fürstenwerth erklärt. Er sieht Politik und Branche gefragt: Neue Garantien und ein Festhalten am Renteneintritt von 67 Jahren können hier nur erste Schritte sein. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will jetzt der Niedrigzinspolitik doch ein Ende bereiten. Auf dem G20-Gipfel in Washington will er für den Entzug vom billigen Geld werben. (siehe SCHLAGZEILEN)

Im Versicherer-Alltag geht es zunächst darum, das vom Kunden zur Verfügung gestellte Kapital gewinnbringend anzulegen Hier trifft die Erkenntnis von Helmut Kohl: “Entscheidend ist, was hinten rauskommt.” Kapitalanlagen sind längst Überlebensfaktor im Vorsorgebetrieb (siehe KÖPFE, DOSSIER). Neugeschäft-Lawinen und Explosionen im versicherungstechnischen Ergebnis sind nicht zu erwarten. (ku)

Bildquelle: Fotolia

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