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Diese Woche: Vorsicht Presse(freiheit)!

12.01.2015 – mertesVon Chefredakteur Heinz Klaus Mertes.

Im blutigen Umfeld der Pariser Journalistenmorde – ja, auch Karikatur und Satire sind journalistisch freie Ausdrucksformen – entwickelt sich eine vor kurzem noch ungeahnte gesellschaftliche Solidarität mit der zwar grundgesetzlich garantierten, aber zuletzt auch immer öfter beargwöhnten Freiheit der Berichterstattung. Das geht auch die Medienstrategien der Versicherer an.

Räsonniert wird in Medien-Deutschland über die monokulturellen Wahrheiten, die an und für sich freie Medien in Unisono-Mainstreams über das Land gehen lassen, als seien sie gelenkt. Beispielhaft: Mehr Besinnung, Differenzierung und Pluralität etwa wurde und wird eingefordert im Fall und im Fällen eines Bundespräsidenten, in der Tabuisierung von Kritik am Atomausstieg oder jetzt in der sich türmenden Ablehnung des derzeit verhandelten Freihandelsabkommens.

Leider vergiftet die Billig-Parole von den „Lügenmedien“ die immer wieder sinnvolle Aktualisierung der Rolle der Medien in unserer rechtsstaatlich  verfassten und definierten Freiheit. Wenn aber gleichzeitig der Spiegel und die FAZ  (siehe SCHLAGZEILEN) sich zumindest zaghaft zu äußern trauen, dass auch in der Islamisierungsfrage eine nicht wirklich aufklärerische Meinungswalze über Gerechte und Ungerechte niedergehe, dann ist es für alle kommunikativ Verantwortlichen an der Zeit, verstetigte Blickwinkel und Argumentationen neu zu sortieren.

Das gilt auch für die Medienkommunikation der und in der Versicherungswirtschaft. Ist es nicht so, dass auf mannigfachen Branchenforen die Medienvorträge von tatsächlichen oder sich inszenierenden Medienexperten mit dem Topos beginnen, dass die Versicherer schon seit historischem Anbeginn durch Medienklischees verunstaltet würden. Dass das vermittelte mediale Bild sich diametral unterscheide von der wirklichen Wahrnehmung der Menschen – sozusagen von der schweigenden Mehrheit. Der Hinweis mag beleuchten, wie sensibel solche Gegenattacken auf die Medien nach Paris wirken können. Klischee gegen Klischee zu setzen, schafft nur Verlierer.

Die wenigsten der Millionen, die jetzt rufen „Je suis Charlie!“ dürften das Karikaturblatt überhaupt kennen und womöglich noch weniger die überspitzenden Zeichnungen darin goutiert haben. Aber der Aufschrei allgemeiner gesellschaftlicher Solidarität bei Angriffen auf die Meinungsfreiheit, die immer auch Medienfreiheit ist, sollte ringsum zu gesteigerter Sensibilität mahnen.

So viel steht fest: Das Informationsklima wird nach Paris bei der Betrachtung der Medien ein anderes sein. Alle, die in Unternehmen, Verbänden, Wissenschaft und Demoskopie mediale Reichweite und Kommunikationsverantwortung haben oder anstreben – bitte die Stereotypie bisheriger Positionen und Wortwahlen überprüfen.

Artikel 1 bei aller legitimen Kritik und vielleicht auch Gegenwehr, wenn eigene Interessen verletzt werden:

Die Berichterstattung ist frei – nur den Gesetzen unterworfen. Eigentlich wie bei Versicherungen.

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