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Diese Woche: Manager machen Märkte, Politik hat die Macht

28.04.2014 – mertesVon Heinz Klaus Mertes

Manager machen Märkte, wenn die Politik sie lässt: Russische Botschaft Berlin Unter den Linden November 2012: Es war der wohl prachtvollste Rahmen für den traditionellen Jahresempfang der deutschen Versicherer am Vorabend einer GDV-Jahrestagung. Seine Exzellenz der russische Botschafter selbst hielt die Eröffnungsansprache – gespickt mit Grüßen und Erwartungen an eine blühende Zukunft von Marktkooperationen zwischen Deutschland und Russland in der investiven Schlüsselbranche Versicherungswirtschaft. Jetzt Eiszeit über allem?

Um die Chancen der deutschen Versicherer in dem postkommunistischen Riesenreich kümmert sich schon seit Jahren eine eigene ständige deutsch-russische Arbeitsgruppe, deren Management in der GDV-Zentrale angesiedelt ist. Mit Erfolg – denn in der Tat ist die deutsche Erst- und Rückversicherungsbranche auf vielen Wegen und Zweigen in Russland unterwegs, wie ein Titelreport der Versicherungswirtschaft (Juli 2013) mit Vorortreportagen und Interviews belegte.

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Fotos: Prognostisch? Noch nicht einmal vor Jahresfrist titelte die Versicherungswirtschaft eine skeptische Schlagzeile zum Wachstumsmarkt Russland. Heute handelt der Spiegel von Krieg über Europa. (Quelle: Spiegel/ vwh)

Noch vor wenigen Monaten kündigten Allianz und Münchener Rück strategische Großoperationen an. Droht nun die Erstarrung in gleichem Maße wie Kriegsgefahr und Wirtschaftssanktionen sich verschärfen? Schon alleine deren Ankündigung führt naturgemäß zu einem Stopp der Investitionen und zur Kapitalflucht. “Der Westen dreht Russland langsam den Geldhahn zu”, schreibt die Zeit. Dies wird auch bei den Versicherern zur Zurückhaltung führen, die ohnehin über die wirtschaftlichen Gegebenheiten indirekt immer betroffen sind.

Im  Spiegel-Interview mit Eon-Chef Johannes Teyssen schimmerten kürzlich die Beteuerungen, dass alles im Großen und Ganzen verlässlich bleibt, nur zu deutlich das Gesundbeten eingegangener Wirtschaftsbeziehungen durch (siehe KÖPFE).

Noch halten sich die engagierten Versicherer mit öffentlichen Wertungen zurück – klugerweise. Denn das Beispiel der ungelenken Redensarten des Siemens-Konzernchefs Joe Kaeser kürzlich face en face mit Wladimir Putin und den TV-Kameras zeigt, in welche Kompressionen ein Manager hineingerät, wenn das große Rad der internationalen Politik sich dreht.

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Foto: Bundespräsident Joachim Gauck ist zu Besuch in einem gespaltenen Land (Quelle: vwh)

Das gilt nicht nur für die aktuelle Situation in Osteuropa. Bundespräsident Joachim Gauck ist seit gestern auf Staatsbesuch in der Türkei (siehe POLITICS), das nicht mehr so uneingeschränkt das Wirtschaftswunderland mit glänzenden Wachstumsaussichten darstellt wie noch vor ein zwei Jahren, als etwa die Allianz sich dort mächtig etablierte (siehe DOSSIER). Mehr als in der Vergangenheit werden deutsche Manager bei ihren Plänen die politischen Determinanten ins strategische Kalkül ziehen müssen. Eine Lektion, die sie in Richtung Schwellenländer schon seit Beginn des Jahres ziehen. Und was aus dem WM-Land Brasilien überkommt, bedrückt weiter. Keine Sache mit Auswirkungen nur auf die Multis: Wirtschaft betrifft nun einmal alle. Die Versicherer sowieso.

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