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Diese Woche: London Calling

20.06.2016 – mini_pixelio“Sein oder nicht sein”: das weltberühmte Zitat aus William Shakespeares Tragödie “Hamlet” wird in dieser Woche auch zur zentralen Zukunftsfrage für die europäische Politik – mit entsprechenden Auswirkungen für die Versicherungsbranche. Andere Zukunftsfragen treten dabei augenscheinlich eher in den Hintergrund. So ist neben dem Gespenst des “Brexit” auch noch der Geist einer “Bürgerversicherung” noch immer allgegenwärtig.

Es ist ein äußerst riskantes Spiel, was Großbritanniens Premier David Cameron einst anzettelte: zunächst als Disziplinierung gegenüber Brüsseler Regelungswut und Stärkung seiner Position im eigenen konservativen Lager gedacht, geht es nun vielmehr um nichts weniger als die Zukunft der Europäischen Union. Nach einer kurzen Unterbrechung aufgrund des tödlichen Anschlag auf die Labour-Abgeordnete und EU-Befürworterin Jo Cox läuft der Wahlkampf wieder auf vollen Touren.

Wohin das Pendel am Ende jedoch ausschlagen wird, ist je nach Umfrage noch immer völlig offen. Dennoch wetten die Buchmacher in der EU-Hauptstadt ebenso wie an der Themse mehrheitlich auf den Austritt des Vereinigten Königreichs. Die wirtschaftlichen Auswirkungen wären in diesem Falle fatal (siehe POLITICS). Die Geister, welche der britische Regierungschef also einst rief, wird er nicht mehr los – was ihn letztlich gar sein Amt kosten könnte.

Auch die deutschen Versicherer sind zumindest “indirekt über mögliche Turbulenzen auf den Finanzmärkten” infolge eines Brexit betroffen, konstatiert GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener. “Die Versicherungsbranche ist ein riesiger Kapitalanleger. Wir können davon ausgehen, dass im Falle eines Brexit die Unsicherheit an den Märkten steigt”, prognostiziert der Ökonom (siehe KÖPFE).

Bis zur endgültigen Entscheidung am Donnerstag bleibt Anlegern wie Versicherern allerdings erst einmal nichts anders übrig, als “abwarten und Tee trinken” bis sich der britische Nebel lichten und Klarheit herrschen wird über die Zukunft Europas. Die Börsenbeobachter und Analysten scheinen für alle denkbaren Zukunftsszenarien gewappnet (siehe MÄRKTE).

Mit ganz ureigenen Zukunftsfragen beschäftigt sich das hochkarätig besetzte “Zukunftsforum Assekuranz 2016″ zu Wochenbeginn in Köln. Im Fokus stehen zentrale Themen wie der Status Quo und die Zukunftsperspektiven der Leben-, Kranken- und Kompositversicherer sowie die Dauerthemen Digitalisierung und autonomomes Fahren.

Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) glauben immerhin 41 Prozent aller Deutschen, dass selbstfahrende Autos den Straßenverkehr in Zukunft sicherer machen werden. Vor allem Männer (52 Prozent) und höher gebildete Menschen (57 Prozent) sind von den vermeintlichen Vorzügen der neuen Technologie überzeugt. Zudem würden sich laut Umfrage 53 Prozent der Deutschen einen computergesteuerten Pkw kaufen, sobald die Fahrzeuge sich bewährt haben.

Mit Gegenwart und Zukunft beschäftigt sich am Donnerstag auch die privaten Krankenversicherer auf ihrer Jahrestag in Berlin. So wird sich Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, im öffentlichen Teil über die aktuellen “finanz- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen” äußern. Angesichts des bevorstehenden Wahlkampfes bleibt das Gespenst der Bürgerversicherung allerdings immer noch gegenwärtig. (td)

Bildquelle: Jan von Bröckel / pixelio.de

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Die politische Woche: Geist der Bürgerversicherung lebt
Die großen Themen, die die Finanzmärkte in Turbulenzen stürzen können, finden diese Woche in Karlsruhe, London und Brüssel statt. In Berlin hat der PKV-Verband zu seiner Jahrestagung geladen, die noch in politisch ruhigem Fahrwasser stattfindet. Das Gespenst der Bürgerversicherung bleibt aber gegenwärtig.

Allianz baut Präsenz in Afrika aus
Die Allianz will den marokkanischen Versicherer Zurich Assurances Maroc, ein Tochterunternehmen der Zurich, übernehmen. Der Kaufpreis soll 244 Mio. Euro betragen, teilte der Münchener Versicherer am Freitag mit. Die Zurich Assurances Maroc gilt als siebtgrößter Schaden- und Unfallversicherer des nordafrikanischen Landes.

“Markt der Schadendienstleistungen wird differenzierter”
“Der Markt der Schadendienstleistungen wird sich weiter in seinen Leistungen differenzieren und neue kundenindividuelle Services hervorbringen”, prognostiziert Jürgen Wulff von hw-consulting. Demnach werden die Kunden Teile der Schadenregulierung über sogenannte “Self-Services” zunehmend selbst übernehmen, betont der Experte gegenüber VWheute.

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