Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Diese Woche: Katastrophen und Konflikte

08.02.2016 – BaltzerVon Christoph Baltzer. Weithin wird sich diese Woche im Umfeld der Münchener Sicherheitskonferenz die öffentliche Aufmerksamkeit auf die ausufernden politisch-militärischen Krisenpunkte richten. Die Risiken des Welt-Klimawandels und der Bedrohungen, die davon ausgehen, sind darob nicht vergessen, auch wenn seit vier Jahren die Katastrophenschäden zurückgehen. Eine Erklärung dafür steht noch aus. Die Stimme der Versicherer ist auf dem einzigartigen Münchener Gipfel vertreten.

Die Explosion in Tianjin und der Dammbruch in Brasilien, das waren die größten Schäden, welche die Munich Re im vergangenen Jahr schultern musste. Bei beiden handelte es sich um von Menschen verursachte Katastrophen. Die Natur hingegen meinte es im vergangenen Jahr gut. Auf 85 Mrd. US-Dollar beziffert die Swiss Re die Katastrophenschäden im vergangenen Jahr, davon waren 32 Mrd. Dollar versichert. Zum Vergleich: Im Katastrophenjahr 2011 (Erdbeben in Japan, Neuseeland und Chile, Hochwasser in Thailand) summierte sich die Schadenbilanz auf mehr als 400 Mrd. Dollar.

“Prima Klima”, titelte die Versicherungswirtschaft in ihrer Januar-Ausgabe und stellte fest, dass die Versicherer und Rückversicherer vier Jahre in Folge deutlich unterdurchschnittliche Schäden zu tragen hatten. So eine Situation hat es noch nie gegeben. El Niño hat die Orkanaktivität in der Karibik gedämpft, aber gleichzeitig nicht so viele Schäden in Lateinamerika und Kalifornien verursacht, wie befürchtet wurde (siehe DOSSIER).

23 Staats- und Regierungschefs kommen am Freitag bei der Münchener Sicherheitskonferenz zusammen, der “besten Think Tank Konferenz der Welt“. König Abdullah von Jordanien wird erwartet, der polnische Präsident Andrzej Duda, der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, der russische Premierminister Dmitri Medwedew, der irakische Premierminister Haider al-Abadi, US-Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow, der britische Verteidigungsminister Michael Fallon sowie Frank-Walter Steinmeier, Peter Altmaier und Gerd Müller. Von den deutschen Versicherern werden sich die Vorstandsvorsitzenden der Münchener Rück Nikolaus von Bomhard, und der Allianz-Konzernchef, Oliver Bäte, in Redebeiträgen und Hintergund-Diskursen einbringen.

Zu lösen gibt es eigentlich mehr als lösbar ist, im Irak, in Syrien, in der Ukraine und, ja, im Rest Europas. Immerhin beruhigend, dass in München gesprochen wird, während in anderen Teilen der Welt mit Waffen regiert wird. “Ungeheuer ist viel und nichts Ungeheurer als der Mensch”, singt der Chor der Thebaner in Sophokles Antigone.

bestellen_vwh

Link: Prima Klima. Seit vier Jahren gehen Katastrophenschäden zurück, in VW 02/16 (Einzelartikel zu 3,81 Euro)

__________

Weitere Themen im Blick von VWheute:

Die politische Woche in Berlin: Positionsbestimmung der Versicherer
Auch wenn das närrische Treiben dieser Tage außerhalb Berlins stattfindet, sind für die Versicherungswirtschaft sind allerdings zwei Termine von Bedeutung: Am Mittwoch veröffentlicht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) seine Konjunkturumfrage, wobei auch die Stimmungslage der Branche zu Jahresbeginn deutlich werden dürfte. Am Freitag zieht GDV-Präsident Alexander Erdland eine erste Bilanz.

Blick auf die Börse: Nervosität zum Jahr des Affen
Aktienanleger brauchen in diesen Tagen starke Nerven. Allein am vergangenen Freitag schloss der Dax mit 9.286 Punkten und dem damit niedrigsten Stand seit November 2014. Auch die Munich Re die Analysten positiv überraschte, hält die Nervosität auch in dieser Woche an. Lediglich das chinesische Neujahrsfest könnte zumindest vorübergehend zu einer Marktberuhigung führen – auch wenn mit dem beginnenden Jahr des Affen neues Ungemach droht.

BVG prüft Verfassungsbeschwerde der Allianz
Das Bundesverfassungsgericht wird sich laut ­Euro am Sonntag voraussichtlich noch in diesem Jahr mit der möglichen massenhaften Rück­abwicklung von Versicherungsverträgen befassen. So bestätigte en Gerichtssprecher der Finanzzeitung, dass die Allianz bereits 2014 die Verfassungsbeschwerde gegen ein Urteil des Bundesgerichtshof (BGH) aus gleichen Jahr eingereicht habe (Az.: 1 BvR 1674/14).

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten