Versicherungswirtschaft-heute
Sonntag
11.12.2016
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Diese Woche: Innovation und Tradition

21.11.2016 – gdv_tagung_2015_gdvWandel ist bekanntlich die stetigste Konstante. Angesichts der digitalen Konkurrenz stehen die Versicherer dieser Tage vor der entscheidenden Frage, mit welchen innovativen Ideen die traditionellen Player auch weiterhin die Kunden für sich gewinnen können. Die ausgewogene Mischung ist dabei entscheidend – ebenso bei der “Schnittstelle zwischen Risiko und Sicherheit”, welche die Agenda der diesjährigen GDV-Jahrestagung bestimmen wird.

“Wir müssen noch viel radikaler als früher vom Kunden her denken”, forderte GDV-Präsident Alexander Erdland auf der Verbandstagung 2015. “Die Digitalisierung führt zu einem epochalen Wandel. Und wir als Versicherungsgesellschaften sind mittendrin”, lautete das Credo. Denn die Digitalisierung schaffe nicht nur neue Produkte. Sie biete auch neue Möglichkeiten in der Risikokalkulation und der Kundenansprache.

Seitdem hat sich die Welt bekanntlich weiter gedreht – digital wie real. Innovative Ideen sind gefordert angesichts eines immensen Geschäftspotenzials für die Branche, wie Michał Trochimczuk, Managing Partner bei Sollers Consulting, für VWheute konstatiert.

Demnach gelten derzeit lediglich zwei Prozent der globalen Risiken als versichert. Neben den gravierenden politischen Veränderungen wie dem Brexit und den Folgen US-Wahl liegt eine weitere Herausforderung vor allem im rapide wachsenden IoT-Markt (Internet of Things), “welcher in den kommenden Jahren explodieren” werde (siehe DOSSIER).

Dabei hat Innovation im weitesten Sinne viele Gesichter, ticken Versicherer doch oftmals anders als andere Branchen. Denn: “Die Kundenbeziehung ist anders gestrickt, beruht auf anderen Faktoren, und die Käufer haben spezielle Bedürfnisse”, konstatiert Mariusz Janczewski in der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft (siehe KÖPFE).

Innovation und Wachstum gehört daher auch zu den strategischen Prioritäten der Finanzvorstände, wie eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte belegt. So erwarten die Finanzschefs vor allem disruptive Impulse und eine grundlegend veränderte Wettbewerbssituation durch neue digitale Wettbewerber. Eine Antwort darauf lautet u.a. Wachstum durch Übernahmen, Kostensenkungen sowie die Erhöhung des Cashflows, sowie eine höhere Servicequalität.

Innovative Ideen sind dieser Woche auch auf der politischen Ebene gefragt, wenn der Deutsche Bundestag in den kommenden Tagen den Bundeshaushalt für 2017 berät. Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) steht dabei am Donnerstag im Blickpunkt. Man wird sehen, in wie weit sie sich zum geplanten umfassenden Rentenreformgesetz, das noch im November vorgelegt werden soll, äußert (siehe POLITICS).

Konkrete Forderungen stehen angesichs des bevorstehenden Rentengipfels am kommenden Donnerstag bereits im Raum. “Heute eine Anhebung des Rentenniveaus in der gesetzlichen Rentenversicherung auf 50 Prozent oder mehr zu versprechen wäre nicht finanzierbar, nicht generationengerecht und daher unglaubwürdig”, glaubt das “Netzwerk Berlin”, einem Zusammenschluss von 50 Bundestagsabgeordneten der SPD.

In einem Positionspapier, welches der Welt am Sonntag vorliegt, fordern die Parlamentarierer nicht nur “Haltelinie für die Beiträge nach oben”. Auch die betriebliche Altersvorsorge soll künftig “für jedes Beschäftigungsverhältnis obligatorisch” gemacht werden.

Zudem fordern die “Netzwerker”, die Rentenversicherung auf eine breitere Basis zu stellen. “Wir wollen Selbstständige, die nicht Pflichtmitglied in einem berufsständischen Versorgungswerk sind, verbindlich in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen”, zitiert das Blatt aus dem Papier.

An Zukunftsideen mangelt es jedenfalls nicht. Ob diese allerdings wie Papierflieger auch beim Kunden landen oder vom Winde verweht in den ewigen Jagdgründen gutgemeinter, aber unrealistischer Visionen landen werden, wird die Zeit erweisen – denn Innovation hat bekanntlich viele Gesichter. (td)

Bild: GDV-Jahrestagung 2015 – Manager verleihen Flügel. (Quelle: GDV)

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Blick auf die Börse: Rätselraten über Trump
Der “Trum-Jump” ins Weiße Haus in Washington wird auch in den kommenden Tagen das Geschehen auf dem Frankfurter Aktienparkett dominieren. So herrscht unter den Anlegern und Marktbeobachtern noch immer Unsicherheit über den künftigen Kurs der größten Wirtschaftsmacht auf dem Globus. Die angekündigte Leitzinserhöhung von Fed-Präsidentin Janet Yellen dürfte sich hingegen kaum beruhigend auswirken.

Frankfurt wird zum führenden Fintech-Zentrum
Die Fintech- und Insurtech-Szene in Frankfurt wächst derzeit rasant. Hessens Wirtschaftsminister Tarek al-Wazir hat am Donnerstag das neue Tech-Quartier eröffnet, das Start-ups weiteren geförderten Raum zur Entwicklung geben soll. Anlass genug, auch die ersten FintechGermany Awards zu vergeben. Frankfurter Insurtechs wie Clark, Asuro, Gewerbeversicherung24 oder Covomo waren unter den Nominierten.

Coface prognostiziert schwierige Zeiten für Mexiko
Coface sieht die Wirtschaft des lateinamerikanischen Staates Mexiko schwierigen Zeiten entgegen gehen. Demnach geht der Kreditversicherer davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr voraussichtlich um 1,6 Prozent und 2017 um 1,5 Prozent wachsen werde. Zudem könnte die öffentliche Verschuldung bis Jahresende auf 45 Prozent (2015: 42,5 Prozent) steigen.

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