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Diese Woche: Großes Stühlerücken in den Chefetagen

27.04.2015 – daniel_tobias-150Von VWheute-Redakteur Tobias Daniel. Donnerknall in Wolfsburg, dessen Echo in die kommende Woche hineinhallen wird: VW-Mehrheitsgesellschafter Ferdinand Piëch (78) schied mit Ehefrau nach internem Machtkampf aus dem Aufsichtsrat aus. Dass personelle Veränderungen in den Chefetagen deutscher Großkonzerne mitunter sehr geräuschlos verlaufen können, beweist Global Player Allianz. Die Ergo hingegen sorgte mit ihrer Chefablösung für einen – wenn auch nicht ganz so unerwarteten Paukenschlag: Torsten Oletzky (48) nimmt seinen Abschied und Markus Rieß (49) – bislang Vorstandschef der Allianz Deutschland – steht als Nachfolger in den Startlöchern. Am Transfervertrag wird noch gefeilt.

Der Amtszeit Oletzkys war trotz seiner anerkannten Effizienz nicht die Fortune beschieden, die ein Top-Manager in unruhigen Zeiten braucht. Hängen blieb trotz durchaus angestrengtem Konzernumbau vor allem der schwere Budapester Imageschaden der Vermittlerschaft. Nachhaltiger erweisen wird sich wohl, dass es der synthetisch zustande gekommenen Münchener-Rück-Tochter an Markenkraft fehlt und die Fusionsprojekte kostenmäßig die Ergebnisse bis heute beschweren.

Ausschlaggebend für Rießes Wechsel von der Allianz unter das Konzern- und Vorstandsdach der Münchener Rück in der Königinstraße gegenüber ist wohl die Kompensation seiner Karrierestagnation. Galt vordem er als möglicher Nachfolger des scheidenden Michael Diekmann, so verkörperte der gleichaltrige Oliver Bäte letztlich die bevorzugte Perspektive in der Konzernräson (siehe UNTERNEHMEN). Auf Ende des Jahres hat er die Verkündung seiner Strategie-Agenda terminiert – nicht wenige Monate in diesen bewegten, unsicheren Zeiten.

Personelle Veränderungen stehen diese Woche auch bei der AachenMünchener ins Haus: Was die Spatzen bereits vor Tagen von den Dächern pfiffen, hat die Generali nun bestätigt: Christoph Schmallenbach (52), bislang Vorstandsmitglied der Generali Deutschland Holding, tritt zum 1. Mai die Nachfolge von Vorstandschef Michael Westkamp (65) an, der künftig die Glücksmomente des Ruhestandes genießen darf (siehe KÖPFE).

Glück benötigt ab Dienstag wohl auch Jürgen Fitschen – muss sich der Co-Chef der Deutschen Bank doch vor dem Landgericht München gegen den drohenden Verlust seines Jobs wehren.

Keine Glücks-, dafür Verhandlungssache sind die Tarifverhandlungen, die ebenfalls am Dienstag wieder für die Versicherungswirtschaft anstehen. Dass Glück dennoch versicherbar ist, zeigt die aktuelle Debatte um die BVB-Versicherung. So hatte der Verein bei einem Versicherungskonsortium eine Ausfallversicherung in zweistelliger Millionenhöhe abgeschlossen – “seriöses Risikomanagement”, meint Versicherungsexperte Alexander Strehl exklusiv für VWheute.

Unerschütterlich bleibt – trotz gewandelter Führungskultur – jedenfalls die Erkenntnis: Versicherer leben vom Glück und profitieren vom Pessimismus. Denn ohne ihre Statistiken wäre auch ihr Geschäftsmodell ein reines Glücksspiel.

Glücklich schätzen kann sich jedenfalls fernab jeglicher Unwägbarkeiten, wer heute im Königreich Bhutan lebt – denn dort genießt das “Bruttonationalglück” seit 2008 Verfassungsrang.

In diesem Sinne – eine glückliche Woche!

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