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Diese Woche: Es bebt

29.06.2015 – daniel_tobias_1979Von VWheute-Redakteur Tobias Daniel. In Politik und Branche stehen gleich von heute früh an wegweisende Entscheidungen auf der Wochenagenda. Und niemand weiß, wie man aus ihr am Ende herauskommen wird. Ob der vorhersehbare Börsenknick heute zum schwarzen Wendemontag wird, hängt von dem stündlichen Fortgang der Nachrichten aus dem Krisenmanagement ab. So wird man sich in Berlin in der Sitzungswoche des Bundestages womöglich mit mehr befassen müssen als mit dem demografischen Wandel, der bislang die parlamentarische Tagesordnung prägt.

Nach dem Schock wegen immer neuer griechischer Wendemanöver scheint das Schiff mit dem abrupten Vorbehalt des Referendums auf Grund gelaufen. Dabei findet die reale Volksabstimmung unübersehbar bereits an den Bankautomaten statt (siehe SCHLAGZEILEN). Den Griechen stehen jedenfalls schwere Zeiten bevor, orakelte bereits Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), und wohl nicht nur denen. Die deutschen Versicherer sind zwar nicht mehr schicksalhaft mit Investments in Griechenland engagiert, wie GDV-Präsident Alexander Erdland noch einmal öffentlich verdeutlichte, aber Erschütterungen im Währungsraum haben seismografische Zweit- und Drittwirkungen.

Denn die Wirtschaftswelt außerhalb des “Maulwurfshügels” der Euro-Turbulenzen steht ja nicht still. So gerät der heute stattfindende EU-China-Gipfel in Brüssel beinahe zur Randnotiz. Zentrales Thema ist vor allem die weitere Öffnung der chinesischen Märkte für europäische Unternehmen, was die deutschen Versicherer, und zwar nicht nur die ganz großen Player, vital angeht. “Die Verhandlungen in Brüssel sind eine einmalige Gelegenheit, die so viele Jahre nicht wiederkommt und Europas Verhandlungsposition ist ungewöhnlich stark”, betont Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in China, in der Welt am Sonntag.

Zentrale Richtungsfragen auch in der letzten Sitzungswoche des Deutschen Bundestages vor der Sommerpause. Während am Mittwoch das Thema “Deutschland im demografischen Wandel” debattiert wird, liegt der Fokus am Freitag auf der angekündigten Flexi-Rente. Besondere Reizbarkeit: Auf Antrag der Linken diskutiert das Plenum auch über die Einführung einer solidarischen Pflegeversicherung und die Abschaffung der privaten Krankenvollversicherung (siehe POLITICS).

Die Versicherer sehen das Thema Altersvorsorge nach wie vor auf der Prioritätenliste der Politik in Berlin und Brüssel, wenn auch “das größte Risiko wie so oft die Politik selbst” ist, moniert Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung, in der neuen Juli-Ausgabe der Versicherungswirtschaft. Jenseits politischer Ideologie wird Ende der Woche in Frankfurt der Deutsche Seniorentag die praktische Gestaltung des Ruhestandes zum Gegenstand öffentlicher Aufmerksamkeit machen.

Die auch damit verbundenen Wirkungen im Versicherungsvertrieb beleuchtet das Vermittlerforum Münster am Donnerstag. Die Arbeitsqualität der Vermittlerschaft sei gut, “wenn auch in einigen Punkten verbesserungswürdig”, meint Experte Hartmut Pfaffinger (siehe VERTRIEB).

Am Mittwoch wird John Cryan sein Amt als neuer Vorstandschef der Deutschen Bank antreten. Eine wahre Herkulesaufgabe, die vor ihm liegt, um bei griechischen Anwandlungen zu bleiben. Nicht nur die Top-Manager in den verwandten Branchen werden auf den Fortgang blicken.

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